Künftig wird es leichter, wissenschaftliche Informationen auszutauschen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt den Aufbau eines so genannten Peer-to-Peer-Systems für die Wissenschaft bis Anfang 2004 mit 450.000 Euro. Mit der neuen Technologie sollen Wissenschaftler definierte Bereiche ihrer Computer-Festplatten für Suchanfragen über das Internet öffnen und gleichzeitig auf die Festplatten ihrer Kollegen zugreifen können. Das Projekt wird im Deutschen Forschungsnetz (DFN) realisiert und wurde Ende Mai in München unter dem Namen DFN-Science-to-Science vorgestellt. Peer-to-Peer-Netze werden bisher vor allem im privaten Bereich zum Austausch von Videos oder MP3-Musikfiles genutzt. In den neuen Science-to-Science-Netzen können sich Wissenschaftler ohne technischen Aufwand zu Informationspools zusammenschließen. Innerhalb dieser Pools ist jeder Teilnehmer sowohl Anbieter als auch Nutzer von Informationen. Im Netzwerk kann von der knappen Ideenskizze bis hin zu komplexen Videodokumentation oder Simulationsrechnung jeder Datensatz getauscht werden. Bislang waren diese Daten im Netz nur zugänglich, wenn sie zuvor aufwändig auf Servern abgelegt wurden. Mit dem neuen System können nun auch technisch nicht versierte Wissenschafter ihre Dokumente schnell und sicher veröffentlichen und austauschen. Gleichzeitig macht DFN-Science-to-Science auch das so genannte "Deep web" zugänglich und damit die Informationen, die von herkömmlichen Suchmaschinen nicht gefunden werden. Die Technologie findet unter anderem Datenbankeinträge und nicht indexierbare Datenformate wie etwa die Aufnahmen eines Elektronenmikroskops und stellt so einen schnellen Informationsfluss sicher. Weitere Informationen über "DFN-Science-to-Science" unter www.dfn.de
Forschungsergebnisse via Peer-to-Peer-Technologie
Die durch die Musikaustauschbörse Napster bekannt gewordene Peer-to-Peer-Technologie soll nun auch den Austausch wissenschaftlicher Arbeiten vereinfachen.