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Fluggesellschaften verlangen neue Sicherheitskonzepte

Giovanni Bisignani, Generaldirektor des Weltflugverbandes Iata
© Foto: dpad/Mario Vedder

Die Luftfahrt will neue Konzepte für mehr Sicherheit - aber weniger Belastungen für Passagiere und ohne Verzögerungen für die globalen Warenströme


Datum:
02.11.2010
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Frankfurt/Main. Der internationale Luftfahrtverband Iata hat nach den versuchten Paketbombenanschlägen neue Konzepte für die Sicherheit im Luftverkehr angemahnt. "Wir müssen einen 40 Jahre alten Überwachungsprozess modernisieren", sagte IATA-Generalsekretär Giovanni Bisignani am Dienstag bei einer Sicherheitskonferenz der Branche in Frankfurt. Ziel sei ein "Kontrollpunkt der nächsten Generation".

Die Iata setzt dabei unter anderem auf Computertechnik. So könne ein international einheitliches elektronisches Ticket für Luftfracht die herkömmlichen Frachtpapiere ersetzen. "E-Fracht würde Zeit und Geld sparen, und die Behörden könnten schon vor dem Flug erfahren, welche Güter von wo nach wo transportiert werden sollen", sagte Bisignani. Die Industrie müsse zudem Geräte entwickeln, mit denen auch große Frachtstücke und Container durchleuchtet werden können. Dies sei bislang nicht möglich.

Ein "Technologie-Tunnel" voller Sensoren könnte die Personenkontrolle beschleunigen

Bei Personenkontrollen könnten Handys, Chips auf Ausweisen und biometrische Daten wie Fingerabdrücke die Kontrollen verbessern. In einem wenige Meter langen "Technologie-Tunnel" voller Sensoren, durch den die Passagiere gehen würden, könnten zahlreiche Daten erfasst, mit Datenbanken abgeglichen und gefährliche Gepäckstücke erkannt werden. Die umstrittenen Körperscanner - auch Nacktscanner genannt - könnten laut Bisignani ein Teil der Lösung sein.

"Der Kontrollprozess muss sicherer und komfortabler werden", sagte der Iata-Chef, dessen Organisation praktisch alle großen Airlines vertritt. "Es ist nicht in Ordnung, dass Passagiere wie Terroristen behandelt werden, bis sie in einer Kontrolle ihre Unschuld bewiesen haben." Langfristiges Ziel sei, dass die Fluggäste in einem reibungslosen Prozess ohne Unterbrechung vom Eingang des Flughafens bis zur Tür des Flugzeugs kommen.

Iata fordert internationale Standards für die Kontrollen

Als Problem sieht die Iata einzelstaatliche Lösungen, wodurch die Vorschriften in jedem Land anders ausfallen können. Dies gilt laut Bisignani etwa für China, Südkorea und Mexiko. Dagegen seien die Konzepte in den USA und Großbritannien vorbildlich. Die Iata wolle dabei helfen, derartige Standards international zu verbreiten. Dabei habe es in den vergangenen Jahren schon große Fortschritte gegeben.

Eine Reform der Sicherheitskonzepte ist nach Darstellung Bisignanis auch notwendig, weil die Zahl der Passagiere und die transportierte Frachtmenge weiter stark zulegten. So habe die Iata vergangenes Jahr 2,4 Milliarden Passagiere gezählt, 2014 sollen es 3,3 Milliarden sein. Die grenzüberschreitende Frachtmenge soll zugleich von 28 auf 38 Millionen Tonnen steigen. Bisignani wies auch auf die Kosten hin, die durch die Sicherheitsmaßnahmen entstünden. Allein die Fluglinien hätten weltweit jährlich 5,9 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) zu schultern.

Bisignani mahnte eine Zusammenarbeit von Politik, Flughäfen und Fluggesellschaften an. Es gebe dabei gemeinsame Ziele: "Airlines wollen keine Terroristen in ihren Flugzeugen, und Regierungen wollen keine Terroristen in ihren Ländern." (dpa) 

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