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Fahrermangel: DIHK-Papier bündelt Ideen

Fahrern aus Drittstaaten sollte die Anerkennung ihrer Lkw-Führerscheins in Deutschland erleichtert werden, fordert der DIHK unter anderem
© Foto: Smederevac/istockphoto.com

60.000 bis 80.000 Berufskraftfahrer fehlen derzeit alleine in Deutschland. Der DIHK hat ein Impulspapier mit Maßnahmen erstellt, die aus Sicht der befragten Unternehmen zur erleichterten Fahrergewinnung beitragen können.


Datum:
14.06.2022
Autor:
Stephanie Noll
Lesezeit: 
3 min
1 Kommentare

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Vier Ansatzpunkte stellt der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in dem Papier vor, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Im ersten Punkt spricht sich der Dachverband der Industrie- und Handelskammern für die Modernisierung des Berufskraftfahrerqualifikationsrechts aus. Hierzu zähle zum einen, das Wohnortprinzip aufzuheben. Wenn ein Fahrer aus einem Drittstaat seinen Führerschein in einem EU-Staat macht, werde dieser in Deutschland nicht anerkannt, weil er nicht in dem entsprechenden EU-Mitgliedsstaat gemeldet war. Der DIHK schätzt, dass der Branche deshalb jährlich etwa 5000 Fahrer verloren gehen. „Deshalb sollte jeder Fahrer, ausdrücklich unabhängig von seinem Wohnsitz (also egal, ob in der EU oder einem Drittstaat) die Grundqualifikation in einem EU-Staat seiner Wahl ablegen können“, fordert der DIHK. Außerdem sei eine schnellere Anerkennung von Qualifizierungsmaßnahmen aus Drittstaaten erforderlich.

Umschreiben von Führerscheinen aus Drittstaaten ermöglichen

Als zweiten Punkt empfiehlt der DIHK, in Deutschland das Umschreiben von Lkw-Führerscheinen zu ermöglichen. In manchen EU-Staaten wie Spanien oder Frankreich würden Führerscheine von Fahrern aus bestimmten Drittstaaten ohne zusätzliche theoretische und/oder praktische Prüfung umgeschrieben und diese dann entsprechend mit der Schlüsselzahl 70 gekennzeichnet. In Deutschland sei dies so bisher nicht möglich.

Ausgabe von Führerscheinen beschleunigen

Gegen Fahrermangel helfen würde laut DIHK zudem die zügigere Ausgabe von Führerscheinen. „Derzeit warten Führerschein-Erwerber oft mehrere Monate auf die Ausgabe neuer oder verlängerter Führerscheine“, kritisiert der Verband.

Mehr Lang-Lkw einsetzen

Als letzten Punkt plädiert der DIHK für einen verstärkten Einsatz von Lang-Lkw. Dies sei zwar keine klassische Maßnahme zur Fahrergewinnung, sie stehe jedoch „in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Fahrermangel“. Lang-Lkw hätten ein bis zu 50 Prozent höheres Volumen gegenüber konventionellen Lkw und trügen somit dazu bei, die Anzahl notwendiger Fahrer zumindest etwas zu reduzieren. „Sinnvoll erscheint es, das Autobahnnetz komplett freizugeben und die Genehmigung von Strecken im nachgelagerten Netz deutlich zu beschleunigen“, so der DIHK. (sn)

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KOMMENTARE


Mike

14.06.2022 - 21:22 Uhr

Statt neuer Quellen für Lohndumping, könnte man das Problem auch anders beheben: 1.) Vernünftige Löhne. Wieso gibt es wohl Firmen die über "Fahrermangel" heulen und andere haben Wartelisten für Fahrer ? Richtig, genau wie in der Altenpflege, Lohn effektiv unter Mindestlohn -> Chef erklärt Fachkräftemangel. Da muss nicht ein weg gefunden werden, das endlich die letzten Inselstaaten Fahrer schicken für 600€ im Monat. Da müssen die Löhne rauf und schon Fahren die Fahrer wieder. Kenne selber 2 die auf Stapler gewechselt sind (20 Stunden weniger die Woche . Selbst im Taxi verdient man mehr zum Teil als auf dem Sattelzug. 2.) Parkflächen an den Autobahnen.


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