Der Mangel an qualifizierten Fachkräften gehört zu den größten Zukunftsrisiken für die Transport- und Logistikbranche. Während viele Unternehmen weiterhin mit einzelnen Recruiting-Maßnahmen oder zusätzlichen Benefits reagieren, sieht Dr. Rudolf Aunkhofer vom CNA die Ursachen deutlich tiefer. Im VerkehrsRundschau-Funk-Podcast erklärt er, warum die Branche besonders stark betroffen ist und welche Wege langfristig zum Erfolg führen. „Wir haben im Vergleich zu anderen Branchen ein deutlich höheres Durchschnittsalter. Viele Berufskraftfahrer sind weit über 50 Jahre alt, nur wenige unter 30 Jahre.“ Nach Einschätzung des Experten kommen mehrere Faktoren zusammen. Neben dem demografischen Wandel leidet die Branche unter einem oftmals wenig attraktiven Außenbild. Gleichzeitig ist der Frauenanteil vergleichsweise gering, wodurch ein großes Potenzial an Arbeitskräften bislang nicht ausreichend erschlossen wird. Hinzu kommt, dass sich viele Tätigkeiten in Transport und Logistik deutlich schwieriger automatisieren lassen als in anderen Wirtschaftszweigen.
Warum der Fachkräftemangel die Logistik besonders hart trifft und was dagegen hilft
Einzelmaßnahmen reichen nicht aus
Viele Unternehmen investieren bereits in Recruiting, Benefits und Mitarbeiterprogramme. Aus Sicht von Aunkhofer sind solche Maßnahmen zwar wichtig, lösen das Problem aber nicht allein. „Um die Branche in Summe als attraktiven Arbeitgeber wahrzunehmen, ist das nicht ganz ausreichend.“ Der Experte sieht vor allem ein Image-Defizit der Branche. Um im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftszweigen bestehen zu können, müsse die Logistik ihre Stärken stärker sichtbar machen und gleichzeitig gezielt an ihrer Arbeitgebermarke arbeiten. „Langfristig ist das gelebte Arbeitsklima entscheidend, also gute Führung, kollegialer Umgang und transparente Kommunikation“, so Aunkhofer.
Wertschätzung und Identifikation mit dem Unternehme sind Schlüsselfaktoren
Natürlich müssten Gehalt, Arbeitsbedingungen und Ausstattung stimmen. Noch wichtiger sei jedoch die Frage, ob Mitarbeiter Wertschätzung erfahren und sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Gleichzeitig sollten Unternehmen ihre Stärken offensiver kommunizieren. Employer Branding sei längst kein Luxus mehr, sondern ein entscheidender Faktor bei der Gewinnung neuer Fachkräfte.
FAIRMOTION soll Engagement sichtbar machen
Genau hier setzt FAIRMOTION an. Das neue Signet soll Arbeitgeber aus den Bereichen Mobilität, Transport und Logistik sichtbar machen, die sich nachweislich für ihre Beschäftigten engagieren. Anders als viele branchenübergreifende Auszeichnungen richtet sich FAIRMOTION gezielt an Unternehmen der Mobilitäts- und Logistikwirtschaft. „Das Signet FAIRMOTION soll das Engagement der Unternehmen für ihre Mitarbeitenden branchenübergreifend sichtbar machen.“ Für die Vergabe des Signets werden Unternehmen in einem strukturierten Verfahren vor Ort bewertet. Nach Angaben des CNA fließen dabei mehr als 100 relevante Kriterien in die Beurteilung ein. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Unternehmenskultur, Führung, Arbeitsbedingungen, Gesundheitsmanagement und Entwicklungsmöglichkeiten.
Fazit: Employer Branding ist für Aunkhofer kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Prozess. Erfolge zeigen sich deshalb nicht über Nacht, sondern nach und nach in den Kennzahlen der Personalgewinnung und Mitarbeiterbindung. Fairmotion ist als Signet eine funktionierende Option, diesen Prozess zu strukturieren.