Exporteure zeigen sich zuversichtlich

08.04.2026 13:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
Container Terminal Hamburg
Eine deutliche Mehrheit der deutschen Exporteure rechnet laut einer aktuellen Umfrage mit weiterem Wachstum
© Foto: HHLA/Thies Rätzke

Eine Mehrheit der deutschen Exportunternehmen rechnet für 2026 mit steigenden Exportumsätzen, das hängt auch mit neuen Freihandelsabkommen zusammen.

Trotz des Konflikts im Nahen Osten rechnet eine deutliche Mehrheit der deutschen Exporteure mit weiterem Wachstum, wie aus einer Umfrage des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Demnach erwarten 83 Prozent der in Deutschland befragten Unternehmen für das laufende Jahr steigende Exportumsätze. Weltweit stimmen dem nur 75 Prozent zu. Für die Allianz-Umfrage wurden global rund 6.000 Unternehmen in zwei Wellen im Februar und März befragt.

Risiken bleiben auch nach dem Waffenstillstand

Auf den in der Nacht vereinbarten Waffenstillstand mit Iran hätten die Märkte sehr euphorisch reagiert, stellte Allianz-Experte Björn Griesbach fest. „Wenn der Waffenstillstand hält, würden Verkehr und Handel durch die Straße von Hormus deutlich anziehen.“ Gleichzeitig warnte er: „Das Risiko ist keineswegs vom Tisch.“ Mit den aktuellen Kursgewinnen sei erst rund ein Drittel des Risikos wieder ausgepreist, zwei Drittel blieben aber noch.

Unternehmen sorgen sich um Geschäfte mit den USA

Gleichzeitig haben die deutschen Exporteure größere Sorgen im US-Geschäft. 49 Prozent erwarten weitere negative Auswirkungen der US-Zollpolitik auch im laufenden Jahr, wie Allianz Trade berichtet. Noch pessimistischer seien weltweit nur die Unternehmen aus China, die zu 50 Prozent negative Erwartungen äußern. „Der Widerstandsfähigkeit der deutschen Exporteure stehen große Risiken gegenüber“, sagte Allianz-Trade-Experte Griesbach. Geopolitische Unsicherheiten und Lieferkettenrisiken seien aktuell die am häufigsten genannten Sorgen. Fast die Hälfte der deutschen Exportunternehmen geht zudem von einer schlechteren Zahlungsmoral und steigenden Zahlungsausfällen aus.

Neue EU-Abkommen können Chancen eröffnen

Zusätzlicher Absatz könne durch die vor dem Abschluss stehenden Freihandelsabkommen der EU entstehen, sagte Griesbach. Das größte Volumen sei im Handel mit den Mercosur-Staaten, aber auch mit Indien zu erwarten. Australien sei strategisch interessant zur Sicherung von Rohstoffen wie beispielsweise Lithium. Das Münchener Ifo-Institut rechnet damit, dass die europäische Wirtschaftsleistung durch die Abkommen dauerhaft um 0,43 Prozent steigen könnte.


Kennen Sie schon unseren VR-Rechtsblog?

In unserem VR-Rechtsblog klärt Logistikrechts-Experte und Rechtsanwalt Prof. Axel Salzmann über Vertragsangelegenheiten, Urteile, Versicherungen und vieles mehr rund um Unternehmungsführung und Speditionsalltag auf. Der Zugang zu unseren Blogs ist für Abonnenten kostenfrei. Ein unverbindliches, zwei-monatiges Kennlern-Abo können Sie gerne hier abschließen. 

Sie haben Fragen oder Themen für einen Rechtsblog, die sich unser Expertenteam genauer ansehen soll? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an verkehrsrundschau@tecvia.com oder wenden Sie sich direkt an unsere Rechtsredakteurin Marie Christin Wiens.


HASHTAG


#Export

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Lagerist (m/w/d)

Sehnde bei Hannover

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.