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Ex-MAN Manager vor Gericht

MAN wurde durch die Schmiergeldaffäre schwer getroffen
© Foto: MAN

Prozessauftakt in der Schmiergeldaffäre um den ehemaligen MAN-Manager


Datum:
27.06.2011
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München. Mit einem Geständnis hat am Montag in München ein Schmiergeldprozess gegen einen ehemaligen Manager des Nutzfahrzeugkonzerns MAN begonnen. Der ehemalige Vertriebsleiter von ausländischen Firmentöchtern gab zu, Aufträge im dreistelligen Millionenbereich durch Schmiergeldzahlungen ergattert zu haben. In den Jahren 2003 bis 2006 sind auf diese Weise mehr als 1,5 Millionen Euro geflossen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 42-Jährigen vier Fälle der besonders schweren Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie einen Fall der Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr vor. Über seinen Anwalt erklärte der Mann, er räume die Vorwürfe „in vollem Umfang" ein.

Auf Veranlassung des Angeklagten floss das Schmiergeld unter anderem für einen Großauftrag für Busse in Lissabon mittels eines Scheinberatervertrags über eine Briefkastenfirma. Ähnlich liefen die Geschäfte mit einem italienischen Nahverkehrsunternehmen, einem kommunalen Transportunternehmen in Oslo und dem tunesischen Handelsministerium ab. Allein in diesem Fall ging es um die Bestellung von 1000 Bussen.

Im Gegenzug für sein Geständnis stellten die Richter dem 42-Jährigen eine Bewährungsstrafe von höchstens einem Jahr und 10 Monaten sowie eine Geldauflage von 60.000 Euro in Aussicht. Das Urteil wird am Mittwoch erwartet.

Der Manager musste MAN im Jahr 2009 verlassen und arbeitet inzwischen für einen anderen Konzern im Ausland. Seine Arbeit bei MAN hatte er 1991 noch während seines Abendstudiums aufgenommen und war damals Länderreferent Lkw für Südostasien. In den Jahren darauf arbeitete er in leitenden Vertriebspositionen in Thailand, der Türkei, Schweden und China. Zuletzt leitete er das neu geschaffene MAN Center Australia Pacific.

Die Schmiergeldaffäre hat den Münchner DAX-Konzern im Jahr 2009 schwer erschüttert und zahlreiche Kündigungen nach sich gezogen. Auch Ex-Vorstandschef Håkan Samuelsson musste gehen. Das Unternehmen hat wegen der Affäre ein Bußgeld von 150 Millionen Euro zahlen müssen. Im ersten Prozess um den Schmiergeldskandal war ein ehemaliger Top-Manager vor einem Jahr wegen Bestechung in Millionenhöhe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Mehrere weitere Ermittlungsverfahren sind noch anhängig. (dpa)  

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