Die Botschaft von Richard Walles, Director Heavy Truck Industry Research bei Global Insight, ist klar, positiv und passt so zur guten Stimmung auf der diesjährigen IAA: „Nach drei Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen für schwere Lkw in Westeuropa, ist das Tal durchschritten.“ In diesem Jahr erwartet das Marktforschungsunternehmen ein Verkaufsplus von 7 % und im nächsten Jahr noch einmal von 6 % bei Lastwagen über 6 Tonnen. Den nächsten Höhepunkt im zyklisch verlaufenden Lkw-Geschäft sieht Walles in den Jahren 2006/2007. Einzig der anhaltend hohe Ölpreis könnte die rosigen Aussichten trüben. Die Lkw-Maut indes könne den Absatzzahlen nicht viel anhaben. Walles geht davon aus, dass diese an den Endverbraucher weitergereicht wird und daher das Transportgewerbe nicht dauerhaft belastet wird. Auch die neuen Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 werden sich nicht wesentlich auf die Lkw-Verkaufszahlen auswirken. Wachstumstreiber sind der Export in den Mittleren Osten und nach Osteuropa sowie die Vergrößerung und Verjüngung von Fuhrparks in Westeuropa. Während die Verkaufszahlen in den neuen EU-Mitgliedstaaten kräftig steigen, sinken die Produktionszahlen in diesen Ländern. Der Markt ist mittlerweile fest in der Hand von westlichen Herstellern. Die einheimischen Anbieter fallen in den Statistiken, die Global Insight auf der IAA-Veranstaltung „Der Nutzfahrzeugmarkt in Europa: Wie nachhaltig ist die Erholung?” präsentierte, nur noch in die Rubrik „Andere“. Diese hat einen Anteil von 4 %. Führend sind die deutschen Nutzfahrzeughersteller DaimlerChrysler und MAN mit Marktanteilen von 16 % und 15 %. Auch für die Hersteller leichter Nutzfahrzeuge (unter 6 Tonnen) gibt es Grund zur Freude. „Wir befinden uns hier noch mitten im Aufwärtstrend, der auch noch eine Weile anhalten wird“, sagte Philipp Rosengarten, Senior Market Analyst bei Global Insight, auf der IAA-Veranstaltung vor zahlreichen Zuhörern. Für das laufende Jahr rechnet der Marktforscher mit einem Wachstum der Absatzzahlen in Westeuropa von rund 5 %.
Europa kommt in Fahrt
Der europäische Nutzfahrzeugmarkt brummt. Sein Exportmotor sorgt dafür, dass er auch künftig eine Konjunkturlokomotive bleibt.