Er präsentierte jetzt in Berlin die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage seines Verbandes. Für das Gutachten hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag gut 20.000 Unternehmen befragt. Für das laufende Jahr rechnet der DIHK mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Dabei ist die Wirtschaft zweigeteilt. Zwar deuten die Erwartungen exportorientierter Großunternehmen auf den Beginn einer Aufwärtsentwicklung hin. Die Erwartungen der binnenorientierten Unternehmen sind aber weiterhin durch Pessimismus geprägt. Erste positive Erwartungen basierten auf einer besseren Auftragslage für den Industriebereich. Den Impulsen von der Auslandsnachfrage mangele es jedoch an Durchschlagskraft – zumal sie von der nun zunehmenden Stärke des Euro abgefedert würden. Die Binnenkonjunktur beibe in diesem Jahr kraftlos. Mit der Euro-Stärke und der Tarifpolitik mit überzogenen Abschlüssen und angedrohten Streiks drängten sich derzeit Risikofaktoren immer stärker in den Vordergrund. Noch sei die ökonomische Situation nicht vergleichbar mit 1995, als die Kombination überzogener Lohnsteigerungen und eine Aufwertung der DM einen beginnenden Aufschwung erstickte. Im Ansatz seien jedoch Parallelen zu erkennen, so Wansleben weiter.
Euro und Löhne bedrohen den Aufschwung
"Erste Hoffnungen auf eine verhaltene Belebung der Konjunktur in Deutschland sind berechtigt, Aussichten auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum im Jahr 2002 bestehen aber nicht", so DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.