Hamburg/Brüssel. Den europäischen Schifffahrtsunternehmen droht ein schärferer Preiswettbewerb. Dieser könnte zu weiteren Ertragsproblemen unter anderem bei der TUI-Tochter Hapag-Lloyd führen, berichtete das Handelsblatt in seiner Onlineausgabe. In dem Artikel hieß es, dass der EU-Ministerrat Reedereien ab 2009 nicht mehr erlaube, Preise und Kapazitäten abzusprechen. Der Beschluss soll noch im kommenden Herbst getroffen werden. Ein mit dem Fall vertrauter EU-Beamter kritisierte laut dem Handelsblatt derartige Absprachen als nicht zeitgemäß, da sie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Frachtschifffahrt erheblich einschränken würden. Auch Studien besagen, dass ein Verbot von Absprachen zu sinkenden Preisen im Seefrachtverkehr führen. Den TUI-Konzern könnte ein solches Verbot besonders hart treffen. TUI hatte erst kürzlich seine Gewinnwarnung unter anderem mit gesunkenen Frachtraten bei der Tochter Hapag-Lloyd (HL) begründet. Der Preisdruck in der Schifffahrt habe dafür gesorgt, dass die HL das zweite Quartal 2006 mit einem Verlust nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) von 41 Millionen Euro beendete. Dem Bericht des Handelsblatts zufolge, dürften die Pläne der EU-Kommission die Reeder jedoch keineswegs überraschen. Denn in der Luftfracht hatte die EU bereits vor einigen Jahren ähnliche Preisabsprachen unterbunden. Bei den Reedereien hingegen gelte noch eine Sondervereinbarung aus dem Jahr 1986, die die Schifffahrtskonferenzen erlaubt. Davon mache HL in der „Far Eastern Freight Conference“ Gebrauch, zu der auch die Reedereien Nippon, APL, CMA und MISC Berhad gehören. (tz)
EU will Preisabsprachen auf See abschaffen
Europäischen Schifffahrtsunternehmen droht schärferer Preiswettbewerb – Beschluss soll im kommenden Herbst gefasst werden