EU-Verkehrskommissar Barrot in Bedrängnis

22.11.2004 16:37 Uhr

Während der Anhörungen soll der französische Politiker verschwiegen haben, dass er wegen illegaler Parteienfinanzierung in Frankreich rechtskräftig verurteilt wurde

Brüssel. Die Führung der liberalen Fraktion im Europäischen Parlament (EP) hat den seit Montag amtierenden französischen EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot beschuldigt, den EU-Abgeordneten bei seinen Anhörungen vor dem EU-Parlament eine Straftat verschwiegen zu haben. Damit habe er sich „für ein öffentliches Amt disqualifiziert“, sagte der britische Fraktionschef Graham Watson. Für seine Stellvertreterin und Vorsitzende der FDP-Gruppe im EP, Silvana Koch-Mehrin, ist es „grober Vertrauensbruch“. Sie forderte: „Barrot sollte bis zur Aufklärung der Vorwürfe von seinen Aufgaben entbunden werden.“ Danach müsse das EP über seine „politische Zukunft“ entscheiden. Die Vorwürfe beruhen auf Recherchen des britischen EU-Abgeordneten Nigel Farage, wonach Barrot vor vier Jahren wegen illegaler Parteienfinanzierung verurteilt wurde. Die Gefängnisstrafe von acht Monaten auf Bewährung wurde durch eine Amnestie gelöscht. Die EP-Fraktionsvorsitzenden der Christ- und Sozialdemokraten sowie der Grünen und Linken, Hans-Gert Pöttering (CDU), Martin Schulz (SPD), Daniel Cohn-Bendit und Francis Wurtz verteidigten Barrot. Er werde das EP umfassend informieren, erklärte der Präsident der neuen EU-Kommission, José-Manuel Barroso. (dw)

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