Brüssel. Die EU-Kommission hat ein Kartellverfahren eingestellt, bei dem die Behörde mögliche Wettbewerbsverzerrungen bei der Versicherung von Reedern gegen Risiken der Seefahrt untersucht hatte. Die Ergebnisse ihrer Marktuntersuchung, bei der Reeder, Schiffsmakler und gewerbliche Versicherer befragt worden waren, hätten die anfänglichen kartellrechtlichen Bedenken nicht bestätigt, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Weitere Details zur Begründung nannte sie nicht.
Im Visier der Beamten standen Vertragsbestimmungen, die im Rahmen einer internationalen Dachorganisation von so genannten P&I Clubs abgeschlossen wurden. P&I Clubs – englisch Protection & Indemnity Clubs – sind gemeinnützige Versicherungsvereine für die Seeschifffahrt. 13 dieser P&I Clubs, die insgesamt 93 Prozent der weltweiten Hochsee-Tonnage repräsentieren, sind in der International Group of P&I Clubs zusammengeschlossen.
Der Dachverband schreibt die Anwendung von Versicherungspraktiken vor. Sie regeln die Schadenteilung und gemeinsame Rückversicherung sowie die vertraglichen Beziehungen zwischen den P&I Clubs und ihren Mitgliedern.
Die EU-Kommission hatte den Verdacht, dass einige Bestimmungen dieser Vereinbarungen den Wettbewerb zwischen den einzelnen P&I Clubs beeinträchtigen könnten. Außerdem wollte sie prüfen, ob diese Vereinbarungen den Marktzugang von gewerblichen Versicherern und anderen P&I-Versicherern beschränkt hätten. Das Verfahren hatte die EU-Behörde im August 2010 eröffnet. (kw)