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EU-Parlament: Tempo bei Infrastruktur-Aufbau für alternative Kraftstoffe

Das EU-Parlament tritt aufs Gaspedal beim Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Symbolbild)
© Foto: Daimler Truck

„Der Ausbau der Ladesäulen muss zügig und vor allem flächendeckend vorangetrieben werden“, betonte unter anderem Markus Ferber, CSU-Abgeordneter im EU-Parlament.


Datum:
04.10.2022
Autor:
Kay Wagner
Lesezeit:
2 min
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Der Verkehrsausschuss des Europa-Parlaments (Tran) will den Ausbau von Ladeinfrastruktur für alternative Kraftstoffe in Europa etwas schneller vorantreiben, als die EU-Kommission vorgeschlagen hat. Die entsprechenden Änderungen des Kommissionsvorschlags wurden mit breiter Mehrheit von 36 Ja-, zwei Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen am Montagabend in Straßburg angenommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass gegen Ende des Monats auch das Plenum des Europa-Parlaments diese Änderungen verabschiedet.

Für Lkw und Busse sieht der geänderte Vorschlag weiterhin alle 60 Kilometer E-Lademöglichkeiten entlang der Strecken des Transeuropäischen Kernnetzes vor. Neu fordern die Tran-Mitglieder, dass bereits ab 2028 auf gesicherten Lkw-Parkplätzen mindestens zwei Ladepunkte vorhanden sein müssen. Die EU-Kommission hatte ab 2031 einen Ladepunkt vorschreiben wollen.

Außerdem soll das Netz der Wasserstoff-Tankstellen schneller aufgebaut und dichter gestaltet werden: Die Tran-Mitglieder fordern ab 2028 alle 100 Kilometer entlang der EU-Hauptverkehrsachsen Wasserstoff-Tankmöglichkeiten. Die EU-Kommission hatte alle 150 Kilometer eine solche Möglichkeit ab 2031 vorgeschlagen.

Verbraucherfreundliches Bezahlsystem erforderlich

„Indem wir die Ladeinfrastruktur für alternative, nachhaltige Kraftstoffe schneller und dichter aufbauen, erleichtern wir Menschen und Unternehmen den Wandel zu einem klimafreundlichen Verkehr“, kommentiert in einer Mitteilung des Europaparlaments Ismail Ertug (SPD), der die Kommissionsvorschläge in Tran federführend bearbeitet hat.

„Wir dürfen nicht auf der einen Seite den Verbrennermotor ab 2035 verbieten und gleichzeitig beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur den Fuß auf der Bremse lassen. Der Ausbau der Ladesäulen muss zügig und vor allem flächendeckend vorangetrieben werden“, rechtfertigt CSU-Tran-Mitglied Markus Ferber die Beschlüsse des Ausschusses. Diese sehen auch ein vereinfachtes, „verbraucherfreundliches“ Bezahlsystem für alternative Kraftstoffe im Vergleich zum Kommissionsvorschlag vor. „Egal ob in Thessaloniki, Den Haag, am Gardasee oder in Kempten: Das Zahlen mit EC- oder Kreditkarte an Ladesäulen sollte einen Mindeststandard für jeden Bezahlvorgang darstellen“, teilt Ferber mit.

Die Tran-Mitglieder fordern zudem bis 2027 die Einrichtung einer zentralen Daten-Sammelstelle zur Nutzung der Ladeinfrastruktur für alternative Kraftstoffe. Die Daten sollen Aufschluss über die Verfügbarkeit der Kraftstoffe, Wartezeiten und Preise an verschiedenen Stationen liefern. (kw)

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