Brüssel. Die EU-Kommission erwägt, die Einführung des digitalen Tachographen um neun Monate zu verschieben, nachdem der Termin 5. August immer illusorischer geworden ist. Ein knappes halbes Jahr vorher besitzt noch immer kein Produzent eine Bauartgenehmigung, die nationale Behörden bei Erfüllung der technischen Anforderungen erteilen (Anhang 1 B der Tacho-Verordnung). Das hätte bis spätestens zum 5.8.2003 geschehen müssen. Damit führe stures Festhalten am Plantermin in eine Katastrophe à la deutsche Maut, warnten EU-Staaten, Geräte- und Chipkartenhersteller, Transportgewerbe und Kfz-Industrie. Mit ihren Vertretern beriet die EU-Kommission nach langem Zögern am letzten Freitag, wie die verfahrene Situation noch zu retten ist. Sie will nun den Einbau des elektronischen Fahrtenschreibers in neue Lkw und Busse auf Mai nächsten Jahres verschieben. Dieser Vorschlag muss aber noch vom EU-Verkehrsministerrat am 9. März bestätigt werden. Zugleich drängt Frankreich darauf, die EU-Staaten sollten die Black Box zur Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten der Berufskraftfahrer zunächst ab August in Eigenregie einführen können. Dann, so Experten, wäre ein Kontrollchaos im internationalen Lkw-Verkehr perfekt. (vr/dw)
EU-Kommission will Digitaltacho erst im Mai 2005 starten
Starttermin wegen fehlender EU-einheitlicher Typgenehmigung verschoben, Frankreich droht mit nationalem Alleingang