Die EU-Kommission hat gegen die belgische Post ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. "La Poste" wird vorgeworfen, bei ihrem Briefpostmonopol den Kunden lukrative Rabatte gewährt zu haben, wenn sie dafür einen neuen Geschäftspostdienst nutzten. Dieser Anfang 2000 eingeführte Dienst konkurriert mit dem Dokumentenaustauschdienst von Hays Management Services, der am 7.4.2000 Beschwerde dagegen erhob. Seinen eigenen Prognosen zufolge würde Hays bis Jahresende vom belgischen Markt verdrängt, wenn die Kundenabwanderung zu "La Poste" durch deren unlauteren Wettbewerb anhalte. Nach Ansicht von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti dürfen traditionelle Postbetreiber ihre marktbeherrschende Stellung nicht durch Missbrauch ihrer Privilegien auf neue Dienste ausdehnen. Das müsse unterbunden werden, wenn die schrittweise Postliberalisierung gelingen solle. (vr/dw)
EU-Kartellverfahren gegen belgische Post
"Unlauterer Wettbewerb" durch Rabatte für Geschäftspostdienst?