Paris. Rund ein Jahr nach der Gründung der Mittelmeerunion haben sich am Donnerstag in Paris erstmals die Umweltminister aus den Mitgliedstaaten getroffen. Die Vertreter aus mehr als 40 Ländern diskutierten über gemeinsame Verkehrsprojekte und Vorhaben in Bereichen wie Energie und Stadtentwicklung. Für Deutschland war Staatsminister Günter Gloser nach Paris gereist. Er zeigte sich nach dem Treffen optimistisch. Beim Solarplan, einer Projektinitiative der Bundesregierung, habe es Fortschritte gegeben, sagte Gloser laut einer Sprecherin. Mit ihm sollen Rahmenbedingungen für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und effizienten Energieverbrauch geschaffen werden. Die am 13. Juli 2008 gegründete Mittelmeerunion vereinigt 43 Staaten mit rund 780 Millionen Einwohnern aus drei Kontinenten. Sie erweitert die Kooperation der EU mit den Mittelmeer-Anrainern, die 1995 in der spanischen Hafenstadt Barcelona begründet wurde. Als konkrete Projekte der Union sind unter anderem „Meeresautobahnen“ geplant, die als Schnellrouten für LKW-Fähren und Frachtverkehr das Mittelmeer durchziehen sollen. Um das Mittelmeer sauberer zu machen, ist der Bau von Kläranlagen vorgesehen. Für Meeres- und Uferzonen sollen Schutzzonen geschaffen werden. Gloser wollte den Besuch in Paris auch zu einem Gespräch mit dem neuen französischen Europastaatssekretär Pierre Lellouche nutzen. Dieser wird künftig anstelle von Bruno Le Maire für die deutsch-französischen Beziehungen zuständig sein. Le Maire stieg am Dienstag zum Landwirtschaftsminister auf. (dpa)
Erstes Umweltministertreffen der Mittelmeerunion
Vertreter aus 40 Ländern diskutierten über gemeinsame Verkehrsprojekte