Hannover. Der Postdienstleister EP Europost will der Deutschen Post in den kommenden Jahren massiv Marktanteile abjagen. Für private Postdienste gebe es vor allem bei industriell gefertigten Briefsendungen wie Werbepost oder Monatsabrechnungen ein enormes Wachstumspotenzial, erklärte EP Europost-Vorstandschef Alex Eglseer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Dieser Markt ist hochprofitabel." EP Europost sieht bis zum Fall des Brief-Monopols der Deutschen Post AG Ende 2007 zehn Prozent Marktanteil für die alternativen Briefdienste in Deutschland als erreichbar an. Bisher liege der Marktanteil aller Postdienste zusammen außer der Deutschen Post AG bei unter fünf Prozent. Eglseer sagte weiter, EP Europost sei vor allem bei der Zusendung nicht zeitkritischer Post wie Werbesendungen und Informationsversand, die industriell vorgefertigt werden, wegen schlankerer Strukturen günstiger als die Post. "Viele Unternehmen schauen in der derzeitigen Konjunktur-Krise extrem auf die Kosten." Das Unternehmen betrachte sich als eine Art "Billigflieger" auf dem Post-Markt. Zudem werde der Anteil der Werbesendungen Marktanalysen zufolge ähnlich wie in den USA in den kommenden Jahren stetig steigen. EP Europost sieht sich auf dem deutschen Postmarkt als Nummer zwei nach dem unumschränkten Marktführer Deutsche Post. EP Europost mit Sitz in Hannover und derzeit 50 Beschäftigten ist ein Gemeinschaftsunternehmen der niederländischen Royal TPG Post und der Hermes Logistikgruppe (OTTO-Gruppe). Zu den Kunden zählen bisher Versandhändler, Finanzdienstleister und Energieversorger. Das Unternehmen ist auch als möglicher Partner von Zeitungsverlagen im Gespräch, die als Konkurrenz zur Deutschen Post ein verstärktes Engagement im nationalen Briefgeschäft planen (wir berichteten). (dpa)
EP Europost will Druck auf Deutsche Post erhöhen
Dienstleister plant bis zum Fall des Brief-Monopols Ende 2007 einen Marktanteil von zehn Prozent zu erreichen