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Elbtunnel-Brand: Arbeiten laufen auf Hochtouren

Höllenlärm und Teufelsstaub: Mühsam entfernen die Arbeiter die Brandschutzplatten von der Betondecke des Tunnels 
© Foto: VR/Eckhard-Herbert Arndt

Beschädigte Tunnelröhre soll noch vor dem 14. April wieder frei gegeben werden


Datum:
08.04.2011
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Hamburg. Kilometerlange Staus vor dem aus insgesamt vier Röhren bestehenden Elbtunnel-Komplex, sowohl in Fahrtrichtung Norden als auch in Südrichtung – das ist seit dem 31.März diesen Jahres der Normalzustand im Bereich des Hamburger Elbtunnels, und zwar unabhängig von Verkehrsspitzenzeiten. An diesem 31. März geriet – wie berichtet - ein in Richtung Süden fahrender, mit 28 Tonnen Getreide beladener LKW in der Weströhre des Tunnels in Brand. Am Fahrzeug entstand Totalschaden, und auch der Tunnelabschnitt, in dem der LKW in Flammen aufging, wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Dass lediglich zwei Leichtverletzte zu beklagen waren, werten Fachleute und die Hamburger Behörden immer als ein kleines Wunder.

Angesichts der großen Bedeutung des Elbtunnels für den Straßenverkehr im nordwesteuropäischen Raum soll die vierte Röhre in den frühen Morgenstunden des 14. April wieder ihrer Bestimmung übergeben werden, erfuhr die VerkehrsRundschau beim Landesbetrieb Straßen.

Nach einer umfangreichen Sichtung und Bewertung der Schäden – sie erstrecken sich über eine Gesamtlänge von weit über 50 Meter – laufen die Reparaturarbeiten auf Hochtouren. „Wir kommen mit den Arbeiten planmäßig voran", bestätigte Andree Poggendorf, Leiter Tunnelbetrieb beim Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, der VerkehrsRundschau. Es werde, abhängig von den verschiedenen Gewerken „rund um die Uhr gearbeitet".

Durch den Brand und die starke Hitze wurde in der erst 2002 in Betrieb genommenen vierten Elbtunnelröhre, der so genannten Weströhre, vor allem die komplexe Elektrotechnik zerstört. Umfangreicher Erneuerungsbedarf besteht zudem für die Brandschutzplatten an der Tunneldecke – sie hatten sich übrigens bestens bewährt –, den Asphalt, die Betonseitenwände und die gesamten Markierungen. Erleichtert ist die Hamburger Stadtentwicklungsbehörde jedoch darüber, dass es „keine statisch relevanten Schäden an der Tunnelkonstruktion gibt". Poggendorf: „Wir sind natürlich bestrebt, den Freigabetermin des Tunnels noch vorzuziehen, wenn die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen sind." Da der Tunnel eine Hightech-Anlage ist, kommt es vor allem darauf an, dass die gesamte Elektronik einwandfrei funktioniert.

Die genaue Schadenshöhe lässt sich derzeit noch nicht absehen. Fest steht jedoch, dass dafür die Versicherung des LKW eintreten wird. Auch über die genaue Brandursache liegen derzeit noch keine weiteren Erkenntnisse vor. „Ich gehe davon aus, dass wir darüber Anfang der kommenden Woche Klarheit haben werden", erwartete Poggendorf. Die Untersuchungen liegen in den Händen der Fachleute des Landeskriminalamt Hamburg (LKA). Poggendorf weiter: „Die weiterhin bestehende Sprachregelung heißt: technischer Defekt." Nach ersten Aussagen des unverletzt gebliebenen LKW-Fahrers und anderer Zeugen geriet das Fahrerhaus sehr schnell in Brand.

Die alten Röhren werden noch bis 2012 sicherheitsoptimiert

Der Brand und der von ihm verursachte Totalausfall der vierten Röhre kommt eigentlich zur denkbar ungünstigsten Zeit. Denn durch die seit 2009 laufenden, durch den Bund finanzierten Nachrüstarbeiten an den drei Ur-Röhren – der Tunnel wurde 1975 in Betrieb genommen – stehen für den Straßenverkehr eigentlich nur immer zwei Röhren zur Verfügung. Mit der modernen Weströhre sind es also drei Röhren, durch die sich täglich rund 120.000 Fahrzeuge bewegen müssen. Von den drei „alten" Röhren ist bislang die Röhre zwei sicherheitsoptimiert worden. Aktuell laufen die Arbeiten an der Röhre 3, die voraussichtlich im Spätherbst diesen Jahres abgeschlossen werden können. Danach folgt die Röhre 1. Ende 2012 könnte dann also das Dauer-Nadelöhr Elbtunnel dann wieder in seiner Gänze zur Verfügung stehen.

Für Andreas Rieckhof, den neuen Staatsrat in der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, hat der Brand gezeigt, wie wichtig es ist einen hohen Sicherheitsstandard im Tunnel vorzuhalten. Auch wenn er sich nicht auf Spekulationen einlassen wolle müsse man davon ausgehen, dass ein vergleichbarer Brand in den bislang noch nicht sicherheitsoptimierten Röhren möglicherweise anders ausgegangen wäre. Rieckhof: „Die 120 Millionen Euro, die der Bund in die Nachrüstung der alten Tunnelröhren investiert, sind gut angelegtes Geld im Hinblick auf die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer." (eha) 

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