Frankfurt/Main. Der Abschwung der deutschen Wirtschaft hat sich beschleunigt: Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), Ausgabe Oktober 2008, fiel im Berichtsmonat September um 2,3 Punkte auf 47,4 und notierte auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2003. Hauptgrund: Weltweite Konjunkturschwäche in Folge der zugespitzten Finanzkrise. Die Produktion der deutschen Industrieunternehmen bewegte sich auf einem Sechs-Jahres-Tief. Den stärksten Produktionsrückgang beklagten die Hersteller von Vorleistungsgütern. Der Teilindex „Auftragseingang Export“ sank im September um 4,1 auf 43,1 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2001. Insbesondere die Nachfrage aus den USA, Großbritannien sowie den Schlüsselmärkten der Eurozone schwächte sich rasant ab. Die Auftragsbestände der Industrieunternehmen reduzierten sich so stark wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung im September 2002. Vor diesem Hintergrund kam die Nachfrage der Industriebetriebe nach Arbeitskräften nahezu zum Stillstand. Aufgrund niedriger Produktionsanforderungen und der kontinuierlichen Umsetzung von Lagerabbauprogrammen fuhren die Unternehmen ihre Einkaufsmengen rapide herunter. Sinkende Preise für Rohöl und andere Vormaterialien entlasteten die deutschen Industrieunternehmen geringfügig. Die rückläufige Nachfrage nach Industrieprodukten führte erstmals seit drei Jahren zu einer marginalen Entspannung der durchschnittlichen Lieferzeiten. (sv)
Einkaufsmanager-Index: Produktion auf Sechs-Jahres-Tief
Finanzmarktkrise bremst Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten