Köln. Ein halbes Jahr nach der Einführung einer Umweltzone hat Köln die Vorbildfunktion für andere Städte betont. „Andere Städte müssen zu ähnlichen Maßnahmen greifen“, forderte die Umweltdezernentin Marlis Bredehorst am Mittwoch. Voraussichtlich könne Köln ab 2010 die EU-weit geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid erreichen. Mit der Umweltzone würden die Belastungen von Jahr zu Jahr mehr eingedämmt. Seit dem 1. Januar sind in der Kölner Innenstadt Autos mit einem zu hohen Schadstoffausstoss nicht mehr erlaubt. Wer ohne Plakette fährt, riskiert 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Bisher hätten sich in Köln 420.000 Autofahrer mit den Plaketten in den Farben grün, gelb und rot bestückt. Der Deckungsgrad liege bei 90 Prozent, sagte Bredehorst. Die geringe Zahl von Verstössen zeige eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Seit April wurden 2870 Autos ohne den Aufkleber erwischt - Tendenz sinkend. „Es ist mittlerweile anrüchig, wenn man keine grüne Plakette hat“, sagte Bredehorst. Autos mit der roten Plakette würden aber noch teilweise 40 bis 100 mal so viele Emissionen ausstoßen. Für diese soll ab 2010 das Fahrverbot ebenfalls gelten. Die Kölner FDP sieht durch die Umweltzone die Stadt als Wirtschaftsstandort in Gefahr. Die Umweltzone habe „dazu geführt, dass die Kunden in den Geschäften in der Innenstadt ausbleiben“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Kölner FDP-Fraktion Christtraut Kirchmeyer am Mittwoch laut Pressemitteilung. Kunden aus dem Umland würden eher daheim einkaufen, statt sich eine Plakette zu beschaffen. Auch die Luftverschmutzung sei nicht zurückgegangen. Neben Berlin und Hannover zählte Köln zu den ersten Städten, die Verkehrsverbote für „stinkende“ Wagen in einem bestimmten Stadtbereich durchgesetzt haben. (dpa)
Ein halbes Jahr Umweltzone Köln
Voraussichtlich kann Köln ab 2010 die EU-weit geltenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxid erreichen