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Ebola-Gefahr belastet Schiffsverkehr mit Afrika

Die Ebola-Seuche in Westafrika beeinflusst die Seeschifffahrt
© Foto: Picture Alliance/ZUMAPRESS.com

Auf Schiffen, die Häfen in Westafrika ansteuern, gilt besondere Vorsicht. Auch die ärztlichen Dienste in den deutschen Häfen haben sich auf die besondere Situation eingestellt.


Datum:
10.11.2014
Autor:
Stefanie Nonnenmann
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Hamburg/Bremen. Die Ebola-Seuche im Westafrika bringt für einige deutsche Reedereien Einschränkungen mit sich. Die Ladungsmenge sei zurückgegangen, spürbar sei zudem eine Verlagerung von Schiffen in andere Fahrtgebiete, hieß es aus Reedereikreisen. Manche Firmen schickten keine Mitarbeiter mehr in die Region, Investitionen würden verschoben, Projekte hinten angestellt. Schiffsbesatzungen müssten sich streng an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO halten. „Das ist schon ein höherer Aufwand”, hieß es. Bei den hafenärztlichen Diensten in Hamburg und Bremen gilt verstärkte Aufmerksamkeit.

Die Reederei NSB in Buxtehude hat nach Angaben von Sprecherin Bettina Wiebe ausführliche Anweisungen für die Besatzungen der Schiffe zusammengestellt, die Häfen in Westafrika anlaufen. „Das wird auch laufend aktualisiert.” Zum Beispiel werden Besuche an Bord und Landgänge auf das nötigste Maß reduziert. Es gibt Anweisungen zur Desinfektion. Sollte es doch einen Verdachtsfall an Bord geben, stehe Schutzausrüstung bereit. Spezielle Handlungsanweisungen seien nicht ungewöhnlich in der Seefahrt. Wiebe erinnerte an die Piraterie am Horn von Afrika.

Hapag-Lloyd berechnet Zuschlag

Hapag-Lloyd unterhält zwar nur einen Liniendienst nach Westafrika, bekommt aber dennoch die Auswirkungen der Seuche zu spüren. Wie die Reederei im Internet mitteilte, verlangt sie derzeit auf dieser Route von ihren Kunden einen Zuschlag wegen längerer Wartezeiten vor der Elfenbeinküste. Um diese im Liniendienst wieder aufzuholen, müssten die Schiffe schneller fahren, was Treibstoff koste.

Der Verband der Deutschen Reeder betont jedoch, dass seine Mitglieder den Handel mit den von Ebola betroffenen Ländern nicht einstellen wollen. „Ich weiß, dass es ein bisschen Einschränkungen gibt”, sagte Verbandssprecher Christof Schwaner. Der Transport von Lebensmitteln und Rohstoffen, aber auch von Hilfsgütern müsse jedoch weitergehen. „Grundsätzlich gilt, dass das Risiko sehr gering ist, dass Ebola über die Besatzung verbreitet wird.”

Zudem kämen die Seeleute praktisch nicht mit der örtlichen Bevölkerung in Kontakt. „Die Besatzung bleibt im Hafen an Bord, das ist eigentlich immer so.” Ihm sei kein Fall bekannt, dass Ebola über ein Schiff verbreitet worden sei, sagte Schwaner. Im Hamburger Hafen gelten für ankommende Schiffe keine besonderen Maßnahmen, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt.

Hafenarzt vorsorglich an Bord

Die bestehenden Regeln würden nur sorgsamer befolgt als sonst, vor allem von Reedereien. Wenn ein Schiff aus Westafrika Hamburg anlaufe, gehe der Hafenarzt vorsorglich an Bord. Bei einer Fahrzeit von weniger als 21 Tagen - der maximalen Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch - werde das Schiff unter vorläufige Quarantäne gestellt.

Der Hafenärztliche Dienst des Landes Bremen hat im Internet eine Reihe von Informationen zur Reaktion auf den Ebola-Ausbruch veröffentlicht. Wenn Schiffe sich für einen deutschen Hafen anmelden, müssen sie nach Angaben des Sprechers der Gesundheitsbehörde, Jens Schmidt, eine Seegesundheitserklärung abgeben. Die Kapitäne seien gebeten, gerade die Frage nach Infektionen an Bord sehr ernst zu nehmen. (dpa)

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