Dürfen Personaler Bewerber googeln?

13.12.2013 12:46 Uhr
Findet ein Personaler Fotos eines feierwütigen Bewerbers im Netz, hat es ihn nicht zu interessieren.

Immer mehr Personaler recherchieren im Internet nach ihren Bewerbern. Rein rechtlich dürfen sie jedoch nicht alle gefundenen Infos verwenden.

Berlin. Vier von fünf Internetnutzern in Deutschland sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet und zwei Drittel nutzen diese auch aktiv. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bitkom-Studie zur Verbreitung sozialer Netzwerke. Wenig verwunderlich: Am stärksten werden soziale Netzwerke von den Jüngeren genutzt. 87 Prozent der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer sind aktive Mitglieder.

Diese Internetpräsenz machen sich viele Personalabteilungen zunutze: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet mit Suchmaschinen nach ihren Bewerbern. 23 Prozent durchstöbern laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom und der Beratungsgesellschaft Kienbaum gezielt soziale Netzwerke. Aber: „Personaler müssen bei Recherchen über Bewerber im Internet arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen beachten“, sagt Lars Kripko, Datenschutzberater bei Bitkom Consult. „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“ Das heißt: Fragen nach einer Schwangerschaft, einer Schwerbehinderung oder einer Parteizugehörigkeit sind unzulässig. „Stößt der Personaler bei seinen Recherchen auf entsprechende Informationen, darf er sie nicht verwenden“, so Kripko.

Das bedeutet auch: Findet ein Personaler Fotos eines feierwütigen und betrunkenen Bewerbers im Netz, hat es ihn nicht zu interessieren. Ausnahme: Der Partymacher bewirbt sich um eine Stelle in der Suchtprävention. Stellt sich lediglich noch die Frage, inwieweit ein Personaler sich eventuell unterbewusst von solchen Infos beeinflussen lässt … „Deshalb sollte man sich genau überlegen, was man ins Internet stellt – oder zumindest, wie man Privates ausreichend schützt“, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert.

Wie sinnvoll es aber ist, überhaupt in sozialen Netzwerken aktiv zu sein, beweist der Social Media Recruiting Report 2013: Demnach wird eine von zehn Stellen über Social Media Netzwerke besetzt. Damit sind diese auf Platz drei der Einstellungsquellen! (ts)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Lagerist (m/w/d)

Sehnde bei Hannover

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.