Berlin. Vier von fünf Internetnutzern in Deutschland sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet und zwei Drittel nutzen diese auch aktiv. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Bitkom-Studie zur Verbreitung sozialer Netzwerke. Wenig verwunderlich: Am stärksten werden soziale Netzwerke von den Jüngeren genutzt. 87 Prozent der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer sind aktive Mitglieder.
Diese Internetpräsenz machen sich viele Personalabteilungen zunutze: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet mit Suchmaschinen nach ihren Bewerbern. 23 Prozent durchstöbern laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom und der Beratungsgesellschaft Kienbaum gezielt soziale Netzwerke. Aber: „Personaler müssen bei Recherchen über Bewerber im Internet arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen beachten“, sagt Lars Kripko, Datenschutzberater bei Bitkom Consult. „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“ Das heißt: Fragen nach einer Schwangerschaft, einer Schwerbehinderung oder einer Parteizugehörigkeit sind unzulässig. „Stößt der Personaler bei seinen Recherchen auf entsprechende Informationen, darf er sie nicht verwenden“, so Kripko.
Das bedeutet auch: Findet ein Personaler Fotos eines feierwütigen und betrunkenen Bewerbers im Netz, hat es ihn nicht zu interessieren. Ausnahme: Der Partymacher bewirbt sich um eine Stelle in der Suchtprävention. Stellt sich lediglich noch die Frage, inwieweit ein Personaler sich eventuell unterbewusst von solchen Infos beeinflussen lässt … „Deshalb sollte man sich genau überlegen, was man ins Internet stellt – oder zumindest, wie man Privates ausreichend schützt“, sagt Karriereberaterin Svenja Hofert.
Wie sinnvoll es aber ist, überhaupt in sozialen Netzwerken aktiv zu sein, beweist der Social Media Recruiting Report 2013: Demnach wird eine von zehn Stellen über Social Media Netzwerke besetzt. Damit sind diese auf Platz drei der Einstellungsquellen! (ts)