Zweineinhalb Jahre wurde über den Schiffbau verhandelt, beraten und gezögert. Jetzt zeigt die EU den Preisbrechern aus Südkorea die Zähne: Sollte Korea bis zum 30. September die wettbewerbsverfälschenden Praktiken im Schiffbau nicht einstellen, wird die EU Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einreichen. Gleichzeitig dürfen die Mitgliedsländer zum Schutz ihre heimischen Werften wieder mit staatlichen Beihilfen bis zu sechs Prozent des Auftragswertes fördern. Darauf einigte sich der Rat der EU-Minister am Donnerstag in Luxemburg mehrheitlich. "Das ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Werften", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Axel Gelach. Die EU-Staaten dürfen für den Bau von Containerschiffen, Produkt- und Chemikalientankern sowie zu einem späteren Zeitpunkt auch für Gastanker wieder Beihilfen zahlen - bis März 2004, denn so lange dauert voraussichtlich eine WTO-Klage. Der Streit zwischen den EU-Staaten hatte ein entschlossenes Vorgehen der EU immer wieder blockiert. Schon 1999 legte die EU- Kommission eine erste Studie vor, die belegte, dass koreanische Werften Staatsbeihilfen für Dumping-Praktiken missbrauchten. Mit Preisen bis zu 40 Prozent unter den Baukosten schnappten sie den Europäern Aufträge weg und stiegen zum zweitgrößten Schiffbauer der Welt auf. (vr/dpa)
Die EU zeigt Korea die Zähne
Neue Werften-Subventionen beschlossen