Halle. Die Posttochter DHL geht trotz Wirtschaftskrise von einem weiteren Wachstum am Standort Leipzig/ Halle aus. „Wir spüren noch keine Veränderungen, die uns Anlass zur Sorge geben“, sagte der Geschäftsführer des Luftfrachtdrehkreuzes, Michael Reinboth, am Dienstagabend in Halle. „Das Verteilzentrum läuft reibungslos, rund wie ein Uhrwerk.“ Er sei optimistisch für die weitere Entwicklung. Leipzig/Halle sei ein zentrales Drehkreuz und trage damit zur Stabilität am Arbeitsmarkt in der Region bei. „Wir werden sicherlich noch aufstocken, wenn auch etwas verhaltener“, sagte Reinboth. An dem Ziel, bis zum Jahr 2012 rund 3500 Arbeitsplätze bei DHL zu haben, werde aber festgehalten. Zudem versuche das Unternehmen, noch mehr Aufträge nach Leipzig/Halle zu holen, beispielsweise Wartungsaufgaben. „Wachstum im Welthandel wird sich wieder einstellen“, sagte Reinboth. Das Luftfrachtdrehkreuz war im Mai 2008 offiziell in Betrieb genommen worden. Es wurden 300 Millionen Euro investiert. Mittlerweile fliegen an jedem Werktag 50 bis 60 Maschinen von Leipzig/Halle zu Zielen rund um den Globus. Täglich werden 1500 Tonnen Luftfracht umgeschlagen. Inzwischen arbeiten hier 2200 Beschäftigte. Zwei Drittel von ihnen waren vorher arbeitslos. 90 Prozent der Mitarbeiter kommen aus der Region Leipzig/Halle. Im Umfeld von DHL sind laut Reinboth bisher etwa 500 bis 1000 Arbeitsplätze in anderen Firmen entstanden. Die Posttochter hatte ihr europäisches Drehkreuz aus Brüssel an den Airport Leipzig/Halle verlegt, weil hier rund um die Uhr geflogen werden durfte. Im Sommer 2008 hatte zwar das Bundesverwaltungsgericht die Nachtfluggenehmigung für Passagierflieger gekippt, Expressgutflüge aber weiterhin zugelassen. (dpa)
DHL geht weiter von Wachstum am Standort Leipzig/Halle aus
Geschäftführer Reinboth gibt sich optimistisch für die Zukunft