Der Logistikkonzern DHL Group hat im zweiten Quartal 2026 ein deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum erzielt. Gegenüber dem Vorjahresquartal erhöhte sich der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro; die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent, wie der Logistikkonzern am Mittwoch, 5. August, mitteilte.
Agieren in einem zunehmend komplexen Umfeld
Das Umsatzwachstum gehe insbesondere auf den „Anstieg des transportierten Sendungsgewichts bei DHL Express, Kapazitätsengpässe im internationalen Luftfrachtmarkt sowie die Weitergabe gestiegener Kraftstoffkosten zurück“, teilte DHL mit. „Die starke Umsatz- und Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal zeigt, dass sich die konsequente Umsetzung unserer strategischen Maßnahmen auszahlt“, sagte Tobias Meyer, CEO DHL Group. In einem zunehmend komplexen Umfeld gewinne die Fähigkeit, globale Lieferketten sicher und effizient zu steuern, weiter an Bedeutung, so der DHL-Konzern.
Die Entwicklungen in den einzelnen Geschäftsfeldern
- DHL Express profitierte im zweiten Quartal von einer verbesserten Nachfrageentwicklung und verzeichnete einen „starken Anstieg des operativen Ergebnisses“. Zusätzlichen Rückenwind habe die Division durch zeitweise Kapazitätsengpässe im Luftfrachtmarkt erhalten, die zu positiven Ergebniseffekten von rund 150 Millionen Euro führten.
- DHL Global Forwarding profitierte von steigenden Luft- und Seefrachtvolumen sowie einer volatilen Frachtratenentwicklung. Die Division habe Kunden dabei unterstützt, „veränderte Handelsströme und Lieferketten zuverlässig zu steuern“, so DHL.
- DHL Supply Chain setzte den Wachstumskurs im zweiten Quartal 2026 fort. Alle Regionen erzielten ein höheres Umsatzwachstum als im Vorjahresquartal. Das Ergebnis habe unter dem außergewöhnlich hohen Vorjahreswert gelegen, der durch positive Einmaleffekte beeinflusst war. Bereinigt um diese Effekte entwickelte sich das operative Geschäft erneut positiv.
- Bei DHL eCommerce wurde die berichtete Umsatzentwicklung im zweiten Quartal 2026 weiterhin durch den bilanziellen Vollzug des Zusammenschlusses mit Evri und den daraus resultierenden Wegfall des Umsatzbeitrags aus dem Vereinigten Königreich beeinflusst. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte verzeichnete die Division im zweiten Quartal ein deutliches Umsatzwachstum.
- Das Geschäft von Post & Paket Deutschland entwickelte sich im zweiten Quartal 2026 laut DHL „im Rahmen der Erwartungen“. Wachstumstreiber seien weiterhin das nationale und internationale Paketgeschäft gewesen. Der strukturelle Rückgang der Briefmengen setzte sich fort. Gleichzeitig wirkten sich steigende Transport- und Personalkosten belastend auf die Ergebnisentwicklung aus.
Erhöhung der Investitionen
Die Investitionen der DHL Group in erworbene Vermögenswerte (Capex) lagen nach Unternehmensangaben im ersten Halbjahr 2026 mit 1,3 Milliarden Euro 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Man führe damit die Umsetzung der Strategie 2030 fort und wolle die Grundlage für langfristiges Wachstum stärken, so DHL. So investiere man „weiter in Digitalisierung, Automatisierung und die Modernisierung“ der Logistikinfrastruktur. Dazu gehören laut DHL unter anderem Investitionen in die globale Expressflotte, automatisierte Lager- und Sortierlösungen sowie digitale Anwendungen zur weiteren Verbesserung von Qualität und Effizienz.
DHL stockt Aktienrückkaufprogramm auf
Vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr hat die DHL Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bereits am 7. Juli angehoben und erwartet nun ein operatives Ergebnis (EBIT) von über 6,5 Milliarden Euro (zuvor: über 6,2 Milliarden Euro). Zusätzlich hat der Vorstand beschlossen, das im Jahr 2022 gestartete Aktienrückkaufprogramm des Konzerns um 500 Millionen Euro auf bis zu 6,5 Milliarden Euro aufzustocken und bis zum Jahresende 2027 zu verlängern.