Standort für einen künftigen deutschen Tiefwasserhafen soll Wilhelmshaven werden. Der von Hamburg favorisierte Alternativ-Standort Cuxhaven wäre damit aus dem Rennen geworfen. Das jedenfalls berichtet die in Bremen erscheinende Tageszeitung "Weser Kurier" in ihrer Donnerstagsausgabe. Das Blatt beruft sich dabei auf "Regierungskreise".
Wie die Zeitung weiter schreibt, soll das offizielle Ergebnis der aus Fachleuten der drei norddeutschen Küstenstaaten Bremen, Hamburg und Niedersachsen gebildeten "Arbeitsgruppe Tiefwasserhafen" am 30. März in Hamburg verkündet werden. Die Regierungschefs der drei SPD-regierten Bundesländer, Sigmar Gabriel(Niedersachsen), Ortwin Rund (Hamburg) und Henning Scherf (Bremen) werden diese Entscheidung dann gemeinsam verkünden.
Dem Zeitungsbericht zufolge soll auch Schleswig-Holstein, das bislang eher zu Cuxhaven tendierte, auf die Wilhelmshaven-Linie umgeschwenkt sein. Wie es heißt, befürchtet man in Kiel, dass ein Tiefwasserhafen im Elbmündungsbereich das Verkehrsaufkommen im Nord-Ostsee-Kanal ungünstig beeinflussen könnte.
Nach Darstellung des Weser Kuriers haben sich wichtige Unternehmen der Logistik-Branche ebenfalls auf den Standort Wilhelmshaven eingestellt. So soll die Kühne & Nagel-Gruppe bereits Ausschau nach geeigneten Flächen für Logistik-Lager halten.
Aktuell hat sich auch Thomas Eckelmann vom Hamburg-Bremer Containerumschlagbetrieb Eurogate zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der Fachzeitschrift "DVZ" plädiert Eckelmann für eine unverzügliche Entscheidung in Sachen Tiefwasserhafen. Entschieden widersprach Eckelmann der vom Unternehmensverband Hafen Hamburg in der letzten Woche vertretenen Haltung, wonach es in Norddeutschland auf Jahre hinaus noch genügend Container-Kapazitäten gibt. Dies sei eine "krasse Fehleinschätzung des Unternehmensverbandes", so Eckelmann.
Inzwischen kündigten verschiedene Umweltverbände ihren Widerstand gegen das Projekt Tiefwasserhafen an. Ein solcher Hafen habe "schwerwiegende ökologische Folgen". (vr/eha)