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Deutscher Schiffbau: Bürgschaften nur noch bis Ende 2010

Hängengelassen: Der deutsche Schiffbau kritisiert die fehlende Unterstüzung vom Bund
© Foto: Eckhard-Herbert Arndt

Die Bundesregierung streicht ab 2011 die Bürgschaften aus dem Deutschlandfond für die Werften / Die IG Metall Küste verurteilt diese Entscheidung scharf


Datum:
27.10.2010
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Hamburg. Für große Aufregung sorgt bei der Gewerkschaft IG Metall Küste, dass die Bundesregierung dem notleidenden deutschen Schiffbau über das Jahr 2010 hinaus nicht länger unter die Arme greifen will. Die Bundesbürgschaften in Höhe von bis zu 90 Prozent des Auftragswertes, die im Rahmen des zur Bewältigung der Krise aufgelegten "Wirtschaftsfonds Deutschland" gewährt werden, laufen dann aus. Darüber hinaus könnten nur noch Landesbürgschaften gewährt werden, die allerdings bei 80 Prozent des Auftragswertes gedeckelt sind.

Die Schiffsbauer brauchen die Bundesbürgschaften, da sie die Krise noch nicht überwunden haben 

IG Metall-Bezirksleiterin Küste, Jutta Blankau, wirft dem für die Entscheidung verantwortlichen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) "Marktradikalismus" vor. Er wolle nicht wahrhaben, "dass die Krise im Schiffbau noch längst nicht vorbei ist", so die IG Metall-Funktionärin. Eine Einschätzung, die auch vom Verband für Schiffbau und Meeerestechnik (VSM) in Hamburg geteilt wird. Von einer umfassenden "Markterholung" könne noch keine Rede sein, erklärte eine VSM-Sprecherin gegenüber der VerkehrsRundschau. Es gehe nicht darum, den deutschen Schiffbau zu subventionieren, sondern darum den Betrieben bei der Neuausrichtung auf den Spezialschiffbau zu helfen. Derzeit arbeiten auf den deutschen Werften noch 19.000 Direktbeschäftigte.

Bei der IG Metall Küste wie auch beim VSM befürchtet man, dass die Banken aufgrund solcher Entscheidungen noch zögerlicher bei der Schiffsfinanzierung sein werden als das bereits der Fall ist. Mit seiner Entscheidung arbeite das Bundeswirtschaftsministerium indirekt den "hoch subventionierten Konkurrenten in Südostasien" weiter zu, so die Gewerkschaft. IG Metall-Schiffbauexpertin Blankau ist auch deshalb im höchsten Maße verärgert über Minister Brüderle, "weil es der Bundeswirtschaftsminister nicht einmal für nötig gehalten hat, sich in Brüssel für die Beibehaltung der Regelung einzusetzen".

Die neuen Herausforderungen bei der Schiffsfinanzierung – und damit auch für die Werften - stehen im Mittelpunkt eines Spezialforums, das die in Hamburg erscheinende Fachpublikation "Hansa International Maritime Journal" am 18. November in der Hansestadt zum 14. Mal in Folge ausrichtet. Es steht unter der Überschrift "Nach dem Crash: Droht nun der Ausverkauf?"

Nutznießer sind die hoch subventionierten Werften in Fernost

Indes sorgte jetzt in den Niederlanden die Mitteilung der mittelständischen Reederei Universal Marine in Krimpen /a.d. Ijssel über eine Schiffsbestellung in China für Aufsehen. Das Containerschiff im Wert von 37 Millionen US-Dollar wird nicht nur im Reich der Mitte gebaut, sondern auch durch eine chinesische Bank mit 22 Millionen US-Dollar finanziert. Die verbliebenen 15 Millionen US-Dollar will das Unternehmen über europäische Privatanleger einwerben. Der in China entstehende Schiffsneubau könne deshalb nur realisiert werden, weil eine chinesische Bank für de Finanzierung einstehe. Westeuropäische Banken seien dazu nicht bereit gewesen, erklärte das Unternehmen, das aktuell eine Flotte aus 15 Schiffen betreibt, darunter zwölf Containerschiffen. (eha) 

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