Die Deutsche Post blickt pessimistischer in die Zukunft als noch vor einem Monat. Nach der Brüsseler Beihilfe-Entscheidung und wegen erster Vorboten der angeordneten Portosenkung werde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Jahr 2002 binnen Jahresfrist um zehn bis 15 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro sinken, kündigte Postchef Klaus Zumwinkel am Mittwoch in Frankfurt an. Bei der Hauptversammlung Anfang Juni hatte er noch einen Zuwachs in Aussicht gestellt. Der Jahresüberschuss werde noch stärker sinken, betonte Zumwinkel. Die Post hatte zuvor erstmals seit 1996 einen Quartalsverlust von 257 Millionen Euro bekannt gegeben. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Plus von 505 Millionen Euro unterm Strich gestanden. Das diesjährige Minus resultiert fast vollständig aus den 850 Millionen Euro Rückstellungen, die die Post wegen der von der EU-Kommission beschlossenen Rückzahlungen staatlicher Beihilfen bilden muss. Insgesamt ging der Konzerngewinn im ersten Halbjahr binnen Jahresfrist von einer Milliarde Euro auf 155 Millionen Euro zurück. Der Umsatz legte um 15 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro bedingt durch die erstmalige Einberechnung der Expresstochter DHL zu. (vr/dpa)
Deutsche Post senkt Ergebnisprognose
Das Unternehmen schreibt erstmals seit 1996 rote Zahlen