Peking/China. Die deutschen Autobauer sind optimistisch über ihre Chancen auf dem chinesischen Wachstumsmarkt. Marktführer Volkswagen macht wieder Gewinne bei stark steigendem Absatz. Satte Zuwächse von 50 oder mehr Prozent meldeten Audi, BMW und Mercedes in der Oberklasse. Zum Auftakt der internationalen Autoausstellung in Peking präsentierten die Autokonzerne der Welt und die aufstrebenden chinesischen Hersteller ihre neuen Modelle für den heiß umkämpften Markt. Mit einem Wachstum um 25 Prozent wird China in diesem Jahr zum zweitgrößten Markt der Welt nach den USA aufsteigen. Durch neue Modelle konnte VW seinen Absatz in diesem Jahr bis Oktober um 28 Prozent steigern. „Volkswagen wird in China wieder stark sein“, sagte Markenchef Wolfgang Bernhard. „Wir waren in der Lage, den Abwärtstrend zu stoppen, und haben sogar eine Kehrtwende gemacht.“ Nirgendwo änderten sich die Bedingungen so schnell wie in China. Früher hielt VW einen Marktanteil von 50 Prozent, war dann aber eingebrochen, als die Konkurrenz zunahm. Auf der zehntägigen Ausstellung, die heute zu den fünf größten Automessen der Welt zählt, stellen chinesische Hersteller schon ein Drittel der neuen Modelle. Die deutschen Autobauer müssen sich auf dem wachstumsstärksten Automarkt der Welt aber besonders gegen amerikanische und japanische Konkurrenz wappnen. Die Japaner haben schon zusammen 27 Prozent Marktanteil erobert. Besonders stark wuchs Toyota, die erst lange nach VW auf den Markt gekommen waren. Der zweitgrößte Autohersteller der Welt aus Japan rechnet dieses Jahr mit einem Zuwachs um sogar 64 Prozent auf 300.000 Autos. Vizepräsident Yoshini Inaba kündigte an, nächstes Jahr 400.000 Autos oder 33 Prozent mehr verkaufen zu wollen. Um für treibstoffsparende und umweltschonende Dieselmotoren in China zu werben, lud die deutsche Automobilindustrie 100 hochrangige Politiker und Medienvertreter für Montag zu einer Probefahrt auf einer Rennstrecke mit Modellen von Audi, BMW, Mercedes und Volkswagen ein. Sauberer Diesel habe für China ein erhebliches Absatzpotenzial und ökologisch große Vorteile, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Chinas Einsparziele beim Energieverbrauch seien nur mit Diesel zu schaffen. Experten wiesen aber darauf hin, dass es China noch an dem dafür nötigen Dieselkraftstoff mit niedrigem Schwefelgehalt fehle. (dpa/tz)
Deutsche Autobauer optimistisch über Wachstumsmarkt in China
Zum Auftakt der internationalen Autoausstellung in Peking präsentierten Hersteller ihre neuen Modelle für den umkämpften Markt