Deutsch-dänische Differenzen nach gescheitertem Scandlines-Verkauf

11.12.2000 08:12 Uhr

Kaufinteressenten aus Furcht vor Arbeitsplatzverlusten abgelehnt

Tiefe Differenzen zwischen den deutschen und dänischen Anteilseignern haben sich bei dem geplanten Verkauf der Fährreederei Scandlines AG, Rostock, aufgetan. Als Kaufinteressenten hatten zuletzt die ebenfalls in Rostock ansässige Deutsche Seereederei (DSR) und das schwedische Fährunternehmen Stena AB in der engeren Wahl gestanden. Die bei Scandlines vertretenen dänischen Gewerkschaften lehnten jedoch die DSR als neue Eigner massiv ab, weil sie um die 1900 dänischen Arbeitsplätze bei der Reederei fürchteten. Umgekehrt blockierte die deutsche Seite den von Kopenhagen gewünschten Verkauf an Stena. Druck kam hier von den norddeutschen Küstenländern, die ebenfalls mit massivem Arbeitsplatzabbau rechneten. Der dänische Verkehrsminister Jakob Buksti äußerte indirekte Kritik an der Führungsstruktur bei Scandlines. "Bei 50 Prozent Anteilen für jeden kann es manchmal schwer sein, die Verteilung der Kompetenzen zu ermitteln", sagte Buksti in der dänischen Zeitung Börsen. Erhebliche Differenzen in Sachen Führungskultur bestehen laut dänischen Presseberichten unter anderem zwischen dem dänischenVorstandschef Ole Rendbäk und dem deutschen Aufsichtsratsvorsitzenden Eberhard Sinnecker. Unter Sinneckers Vorsitz soll der Aufsichtsrat am 20. Dezember über die Zukunft von Scandlines beraten. (dpa)

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