Dekra und TÜV fordern Einsatz von Fahrerassistenzsystemen

12.09.2006 00:00 Uhr

Sachverständigentag: Fahrerassistenzsysteme könnten Anzahl schwerer Unfälle um bis zu 40 Prozent senken

Berlin. Zur Vermeidung tödlicher Unfälle auf Deutschlands Straßen haben die Prüforganisationen Dekra und TÜV den serienmäßigen Einbau von bewährter Sicherheitselektronik in allen Fahrzeugklassen gefordert. Fahrerassistenzsysteme wie beispielsweise ein Anti-Schleuder-Programm könnten den Anteil folgenschwerer Unfälle um 30 bis 40 Prozent senken, teilten Dekra und TÜV heute auf ihrem Sachverständigentag in Berlin mit. Nach einer Untersuchung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft werden rund 60 Prozent aller tödlichen Unfälle durch ein Schleudern des Fahrzeugs verursacht. Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP) könne das Schlingern wie ein Schutzengel verhindern, sagte der Dekra-Vorstandsvorsitzende Klaus Schmidt. Bisher sind lediglich die Luxusklasse und obere Mittelklasse von Neuwagen serienmäßig mit ESP ausgerüstet. Bei den Kleinwagen sind es nach Dekra-Angaben lediglich 16 Prozent. Der Einbau eines Anti-Schleuder-Programms koste rund 300 bis 500 Euro. Schmidt forderte darüber hinaus die Schulung von Fahrschülern und älteren Fahrern im Umgang mit elektronischen Assistenzsystemen und eine verbindliche Jahresuntersuchung aller Fahrzeuge, die älter als sieben Jahre sind. Ältere Fahrzeuge würden doppelt so häufig in Unfälle verwickelt, betonte Schmidt. Auf Deutschlands Straßen starben im vergangenen Jahr 5400 Menschen. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von drei Jahren um 14 Prozent gesunken. In der EU werden jedes Jahr rund 50.000 Menschen bei Unfällen getötet. Eine Charta sieht vor, diese Zahl bis zum Jahr 2010 zu halbieren. (dpa/sb)

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