D.Logistics schreibt rote Zahlen und verwirrende Bilanzen

03.04.2002 07:00 Uhr

Dass D.Logistics seine Bilanz später als ursprünglich geplant vorgelegt hat, überrascht nach dem Chaos der letzten Wochen niemanden. Dass die Zahlen darin auf dem ersten Blick besser aussehen als noch im Februar angedroht überrascht dagegen schon.

Null bis vier Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), wurden damals für das Jahr 2001 prognostiziert. Der Hofheimer Logistikdienstleister hatte für das gleiche Jahr auch schon mal knapp 47 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Geworden sind es nun 12,4 Millionen Euro. Der Umsatz konnte verglichen mit dem Jahr 2000 um rund ein Viertel auf gut 484 Millionen Euro gesteigert werden. Das war der erste Blick. Denn unter dem Strich fiel der Jahresüberschuss im gleichen Zeitraum von 9,6 Millionen Euro auf einen Jahresfehlbetrag von 25,6 Millionen Euro. Zudem hat das Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten um 70 Prozent auf 217 Millionen Euro gesteigert. In der Kasse waren zum Bilanzstichtag noch 35 Millionen Euro. Bei den Ergebniszahlen ist allerdings zu beachten, dass D.Logistics Veränderungen im Konsolidierungskreis vorgenommen hat. So wurde der von KLM übernommene Airportdienstleister CSC nicht mehr zum 1. Januar 2001 sondern zum 1. April 2001 konsolidiert. Gar nicht konsolidiert wurde der Anfang 2001 übernommene Chemiedienstleister Infraserv. Begründet wird dies mit Verzögerungen bei der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung. Zudem wird der Bereich IT/E-Commerce und Consulting nicht mehr als eigenes Segment ausgewiesen. Die dort angehäuften Verluste erscheinen jetzt unter den Punkten: Verlust aus nicht fortgeführten Bereichen und Verlust aus dem Verkauf der eingestellten Bereiche. Damit sind sie außerhalb des Ebit ausgewiesen. Der Rest ist auf die anderen Segmente verteilt worden. Der Transparenz und Vergleichbarkeit der Zahlen dienen solche Maßnahmen nicht. Schuld an der Miesere seien die unerwartet hohen Verluste in den Bereichen Airport Service, IT/E-Commerce und Consulting sowie hohe Abschreibungen auf Firmenwerte – und natürlich die schwache Konjunktur. Dieses Frühjahr hatte D.Logistics seine Investoren und wahrscheinlich auch Kunden mit einer Gewinnwarnung, dem Stühle rücken im Vorstand und einem Liquiditätsengpass in Atem gehalten. Jetzt wollen die Hofheimer erst einmal umstrukturieren und sich von unrentablen Geschäftsbereichen trennen.

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