Countdown: Heute beginnt die Cebit 2002

13.03.2002 07:00 Uhr

Integrierte Systemlösungen stehen auf der weltgrößen IT-Show im Mittelpunkt. Ein Trendbericht.

Im Bereich der Unternehmenssoftware geht der Trend eindeutig zu Integrationsanwendungen. Es handelt sich dabei sowohl um unternehmensübergreifende als auch um betriebsinterne Lösungen. Business Integration, Collaborative Management Solutions, Enterprise Resource Planning (ERP) und Enterprise Application Integration (EAI) zählen da zu den Hauptschlagworten der Anbieter. Es scheint, dass die IT-Branche gerade zum großen Rundumschlag ansetzt, um nun wirklich allen Gliedern der Wertschöpfungskette von der IT-Seite her habhaft zu werden und für Transparenz in allen Richtungen zu sorgen. Und Nachholbedarf besteht vor allem immer noch in den mittelständischen Unternehmen. In Deutschland nutzen zwar kleinere und mittlere Unternehmen gegenwärtig zu 90 Prozent das E-Mail und 50 Prozent sind sogar mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten. Jedoch nur rund 10 Prozent dieser Unternehmen haben bisher einen durchgängigen Datenaustausch mit ihren Kunden und Lieferanten realisiert. Gerade in Deutschland hat sich deshalb neben den Angeboten für Großunternehmen ein nicht unbedeutender Markt für ERP-Lösungen für den Mittelstand etabliert. Die Akzeptanz bei den potenziellen Anwendern wird letztlich davon abhängen, inwieweit die Lösungen auch wirklich leicht zu bedienen sind, ohne großen Aufwand implementiert werden können und last not least dabei natürlich auch noch kostengünstig sind. Ein Ansatzpunkt für den Mittelstand könnte das so genannte Application Service Providing (ASP) sein. Statt zu kaufen, wird dem Anwenderunternehmen die Software gegen ein Nutzungsentgeld auf einem externen Server zur Verfügung gestellt. An sich lassen sich so Software- und Hardwareinvestition in einem doch überschaubaren Rahmen halten. Auch entfallen viele Implementierungsprobleme. Allerdings ist der rechtliche Rahmen von ASP noch nicht ganz klar. Zudem sind ERP-Anwendungen derzeit zumeist noch zu komplex, um als ASP-Lösung eingesetzt zu werden. In den USA ist ASP derzeit ein großer Renner. Sowohl große als auch kleinere Unternehmen nutzen diese Alternative zum Kauf. Zumindest auf der Anbieterseite bestätigt sich dieser Trend auf der Cebit 2002: Viele internationale Softwarehersteller haben ASP-Lösungen im Gepäck. Auch einige mittelständische deutsche Softwareschmieden forcieren derzeit das ASP-Thema. Es scheint aber noch an der nötigen Nachfrage auf Anwenderseite zu mangeln. Abzuwarten bleibt auch, inwieweit Microsoft zukünftig im Geschäft mitmischen wird. Der US-amerikanische Softwaregigant verfügt immerhin über die ASP-Plattform ".net” und hat sich durch die Übernahme von Great Plains auch die ERP-Welt als Markt ins Visier genommen.

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