Containerverkehr: ECT gewinnt CCT Moerdijk als Entlastungspartner

28.07.2008 10:01 Uhr
A 15 Rotterdam
Die Rotterdamer Hafenautobahn A 15. (Foto: Arndt)
© Foto: Arndt

Täglicher Binnenschiffs-Shuttle zwischen den beiden Hafenstandorten: Ab 2009 droht großer Verkehrsengpass auf der wichtigen Rotterdamer Hafenautobahn A 15

Rotterdam/Moerdijk. Das Rotterdamer Containerumschlag-Unternehmen ECT (Europe Container Terminals) verschafft sich Luft auf seinen Seeterminals im Maashafen. Mit dem Hafendienstleister CCT (Combined Cargo Terminals) im gut 60 Kilometer weiter westlich gelegenen Hafen Moerdijk schloss ECT jetzt einen weit reichenden Kooperationsvertrag. Im Kern geht es darum, dass CCT für ECT eine Art Bündelungs- und Weiterverteilungs-Terminal für Import- und Export- Container im Hinterland wird. Boxen, die auf den Containerterminals auf der Rotterdamer Maasvlakte aus Überseeschiffen gelöscht werden, sollen umgehend in Binnenschiffe weiterverladen und zu CCT nach Moerdijk befördert werden. Dafür ist bereits ein täglicher Binnenschiffs-Shuttle zwischen den beiden Hafenstandorten vorhanden. In Moerdijk werden die Container entladen, kurz zwischengelagert und weiter zu den Endempfängern im Hinterland transportiert. Dies erfolgt dann mit allen drei zur Verfügung stehenden Verkehrsträgern. Darüber hinaus soll CCT als Bündelungspunkt für Export-Container dienen, die dann mit dem Binnenschiff direkt zu den ECT-Anlagen auf der Maasvlakte verbracht und dort in Überseecontainerschiffe weiterverladenb werden. Die physischen Transportoperationen werden durch einen leistungsstarkten Frachtendaten-Informationsstrom zwischen ECT und CCT begleitet. ECT will mit dem neuen Hinterland-Terminal in Moerdijk nicht nur die Abläufe auf seinen Seeterminals verbessern, sondern will zudem einen alternativen Transportweg zum LKW-Trucking aufbauen. So gilt die wichtige Rotterdamer Hafenautobahn A 15 schon seit langem als völlig überlastet. Da diese Fernstraße, die direkt bis an die Maasvlakte führt, ab 2009 umfassend ertüchtigt wird, wird sich der Verkehrsfluss auf dieser Autobahn nach Einschätzung von ECT deutlich verschlechtern. Für Jan Westerhoud, Präsident bei ECT, ist die Ernennung von Moerdijk als Inland-Hub „ein logischer Schritt“ im Rahmen der Hinterland-Strategie des Hafenkonzerns. Dieser hat bis heute ein eigenes Hinterland-Terminal-Netzwerk mit Anlagen in Duisburg, Venlo (Niederlande) und Willebroek (Belgien) einrichten können. Vor wenigen Monaten begründete das Rotterdamer Unternehmen zudem eine Zusammenarbeit mit dem Terminal CTVrede-Steinweg in Amsterdam. CCT verfügt in Moerdijk über einen Vielzweckterminal mit einer Kaimauer von 1,6 Km Länge. Der Terminal erstreckt sich über eine Grundfläche von 36 Hektar, von denen aktuell 24 Hektar genutzt werden. Bei CCT werden inzwischen rund 400.000 TEU im Jahr umgeschlagen. Die Kapazitäten sind auf eine Leistung von bis zu 1,1 Millionen TEU ausgelegt. ECT,das zur Hutchison Port Group (HPH) gehört, wickelte 2007 über seine Rotterdamer Anlagen rund 6,1 Millionen TEU ab. (eha)

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