China erhöht Treibstoffpreise drastisch

20.06.2008 16:53 Uhr
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Preis von Kerosin steigt um 25 Prozent: Regierung unterstützt betroffene Branche mit Milliardensubventionen

Peking. China hat über Nacht die staatlich kontrollierten Treibstoffpreise drastisch erhöht, will die Kostensteigerungen aber mit Milliardensubventionen abdämpfen. An den Tankstellen kostete Benzin heute 16 Prozent und Diesel 18 Prozent mehr. Der Preis von Kerosin stieg um 25 Prozent. Die Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) begründete die überraschende Preissteigerung mit der wachsenden Kluft zwischen den künstlich niedrig gehaltenen Treibstoffpreisen in China und den immer höheren Rohölpreisen auf dem Weltmarkt. Benzin und Diesel kostet jetzt in China je nach Qualität zwischen 6,20 und 7,17 Yuan oder umgerechnet 58 bis 67 Euro Cents. Viele Raffinerien hatten die Produktion eingestellt, weil sie die gestiegenen Kosten nicht an die Kunden weitergeben und damit nicht mehr profitabel arbeiten konnten. Es kam zu Engpässen. Die großen Ölkonzerne wie Petro China und Sinopec hatten empfindliche Verluste hinnehmen müssen. „Eine angemessene Erhöhung der Treibstoffpreise wird helfen, das Angebot zu fördern und Energie einzusparen“, erläuterte die oberste Wirtschaftsbehörde die Preiserhöhungen. Auch Strom wird vom 1. Juli an um 4,7 Prozent teurer. Die Preisanstiege werden die hohe Inflation von 7,7 Prozent im Mai weiter anheizen. Das Finanzministerium kündigte Subventionen in Höhe von 19,8 Milliarden Yuan (1,84 Milliarden Euro) für besonders schwer betroffene Wirtschaftsbereiche und Gruppen an. Getreideproduzenten sollen 7,8 Milliarden Yuan erhalten, während Taxis und öffentliche Verkehrsbetriebe sowie die Fischerei und die Forstwirtschaft 12 Milliarden Yuan bekommen sollen. Zuletzt hatte die Regierung die Treibstoffpreise in China im November um neun bis zehn Prozent angehoben, aber seither auf diesem Niveau eingefroren. Doch waren die Ölpreise auf dem Weltmarkt in der Zwischenzeit wieder um rund 45 Prozent angestiegen. Die Entwicklungskommission bestritt Berichte, dass bald eine völlige Liberalisierung der Energiepreise geplant sei. Das seien „haltlose Gerüchte“, zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua einen hohen Beamten. (dpa)

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