NEUENSTEIN. Für den zum britischen The Post Office gehörenden deutschen Kep-Dienstleister German Parcel, Neuenstein, ist ein konkretes Engagement im Briefsegment weiterhin kein Thema. Das bekräftigte German-Parcel-Chef Rico Back gegenüber der Verkehrs-Rundschau. "Solange die Politik keine klaren Marktsignale gibt, werden wir als German Parcel kein Geld investieren", sagte Back. Er kritisierte, dass die Politik in Deutschland, aber auch in anderen EU-Staaten darauf bedacht sei, die weitere Liberalisierung der nationalen Briefpostmärkte zu bremsen. Back: "Die Franzosen machen es offen, die Engländer halten sich vornehm zurück und die Deutschen nutzen es als Argument, ihren eigenen Markt zu schützen." Back verwies zudem darauf, dass ein Engagement im Briefbereich mit umfassenden Investitionen verbunden seien, die mit dem Geld finanziert werden müssten, das im Paketbereich verdient werde. Hier sei die Situation die, "dass man mit sinkenden Renditen zu kämpfen hat". German Parcel-Mitbewerber DPD hat inzwischen erklärt, 2001 intensiver in das Briefprodukt Parcelletter investieren zu wollen. "Zufriedenstellend" verlaufe die Sanierung von "Der Kurier", nach dem Ende 2000 überraschend erfolgten Austausch des gesamten Managements. Back wörtlich: "Wir werden spätestens bis Ende des 1.Quartals 2001 mit diesem Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben." Unter dem Gesichtspunkt Portfolio-Abrund sei "Der Kurier" weiterhin "eine Bereicherung". (vr/eha)
Brief-Engagement kein Thema für German Parcel
Rico Back: Politik bremst weitere Liberalisierung der nationalen Briefpostmärkte