Bremen. „Der Einbruch des Welthandels führte zum größten Einbruch auf den Transportmärkten seit sechzig Jahren“, sagte der Vorsitzende des Vereins Bremer Spediteure, Thomas W. Herwig, heute Vormittag in der Bremer Handelskammer. Die Bremer Spediteure hätten die Krise trotz teils erheblicher Umsatzeinbußen und Gewinnrückgängen relativ gut überstanden und erfolgreich vielfältige Maßnahmen ergriffen, um Personal zu halten, so seine Bilanz der zurückliegenden zwölf Monate. Laut Herwig zeichnen sich aktuell erste Vorboten eines leichten Aufschwungs ab: „Die Mengen nehmen wieder zu, doch ist der Margendruck momentan katastrophal.“ Für das Jahr 2010 sieht er die Transportmärkte vor allem vor einem Finanzierungsproblem. „Die Bilanzen aller Mitgliedsfirmen tragen starke Krisenspuren aus 2009. Jetzt stehen die Unternehmen vor einem hohen Finanzierungsaufwand bei gleichzeitig geringen Bruttoerträgen“, so Herwig. Optimistisch gab sich Simon Reimer, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Er prognostizierte für 2010 und 2011: „Der deutsche Export kommt wieder in Schwung.“ Vor diesem Hintergrund wiegt die Kritik der Spediteure schwer, dass dem Logistikstandort Bremen ein schlüssiges Verkehrskonzept fehle. Die andauernden politisch bedingten Verzögerungen beim Ausbau der Infrastruktur, beispielsweise beim Ringschluss des Autobahngürtels um die Hansestadt (A281) und Mängel in der Vermarktung des Standortes erschweren offenbar nach Meinung des Verbandes Bemühungen der Unternehmen um Anschluss an den Aufschwung. (be)
Bremer Spediteure: Zarter Aufschwung nach der Krise
Spediteure klagen über hohem Margendruck: Krise trotz teils erheblicher Umsatzeinbußen und Gewinnrückgänge gut überstanden