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BLS Cargo und SBB Cargo leiden unter schwachem Euro

Schweizer Lokführer fürchten um ihren Job
© Foto: SBB AG

Güterbahnen wollen offenbar Auslandstöchter gründen: Schweizer Lokführer fürchten um ihren Job


Datum:
24.01.2011
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Bern. Der starke Schweizer Franken belastet die Schweizer Güterbahnen. Die Kosten fallen in Franken an, die Einnahmen werden dagegen in Euro vergütet, weshalb SBB Cargo und BLS Cargo über Millionen-Verluste klagen. Jetzt überlegt man sich offenbar, gewisse Bereiche ins Ausland zu verlagern. Schweizer Lokführer im grenzüberschreitenden Güterverkehr fürchten wegen des schwachen Euro um Hunderte von Arbeitsplätzen. „Wenn das mit dem Euro mittelfristig so bleibt, werden die Unternehmen mehr ausländische Lokführer einsetzen", befürchtet Peter Moor, Mediensprecher der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV, in einem Zeitungs-Interview.

Bei der BLS Cargo sind rund 170 Lokführer im grenzüberschreitenden Güterverkehr unterwegs, bei den SBB Cargo gar 230. Beide Gesellschaften könnten auf deutsche oder italienische Tochterunternehmen zurückgreifen, um zu sparen, wie entsprechende Überlegungen durch eine Sprecherin von BLS Cargo bestätigt werden. Auch bei der Wartung erwägen BLS Cargo und SBB Cargo laut „Sonntagszeitung", vermehrt Dienstleistungen im Euroraum in Anspruch zu nehmen.

Der Druck ist enorm: Die großen Kostenblöcke wie der Aufwand fürs Personal, für Lokomotiven, Unterhalt und Infrastruktur fallen in harten Schweizer Franken an. Ihre Dienstleistungen bekommen die Unternehmen dagegen in Euro vergütet. Der schwache Euro führte letztes Jahr bei SBB Cargo zu einem zusätzlichen Verlust von 20 Millionen Franken (15,3 Millonen Euro); und auch BLS Cargo macht für das ganze Jahr 2010 deutliche zusätzliche Verluste.

Mit ausländischen Lokführern könnten die Betriebe also sparen. Bislang galt eine Art „Gentlemen's Agreement", das besagt, dass für jeden Deutschen, der in die Schweiz hineinfährt, ein Schweizer etwa gleich weit nach Deutschland hineinfahren soll. Diese Abmachung könne einseitig aufgekündigt werden, so Moor. Allerdings, so räumt die „Sonntagszeitung" ein, herrscht in Deutschland ein Mangel an Fachkräften. Eine zweite Möglichkeit wäre deshalb, die Instandhaltung ins Ausland zu verlagern, was bei beiden Unternehmen offensichtlich ernsthaft überlegt wird. (hrk) 

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