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Bahnchef Grube kritisiert politische Rahmenbedingungen

Bahnchef Rüdiger Grube benötigt mehr Geld - er schlägt einen Infrastrukturfonds für die Bahn vor 
© Foto: picture alliance/Sven Simon

Im Interview mit dem Handelsblatt fordert Rüdiger Grube mehr Geld für die Schiene. Das Finanzierungsmodell für die Infrastruktur würde er am liebsten komplett umkrempeln.


Datum:
12.12.2013
1 Kommentare

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Berlin. Der Bahn fehlen dringend benötigte Mittel für den Erhalt und Ausbau der Schieneninfrastruktur. Den Investitionsrückstau der Bahn beziffert Bahnchef Rüdiger Grube in einem Interview mit dem Handelsblatt auf insgesamt 30 Milliarden Euro. Um die Qualität des 34.000 Kilometer langen Schienennetzes zu erhalten, benötigte der Konzern jährlich 4,2 Milliarden Euro an Investitionsmittel. Beim jetzigen Ansatz – die Bahn bekommt aus dem Bundeshaushalt etwa 2,5 Milliarden Euro und gibt aus eigenen Mitteln nochmal 500 Millionen Euro Dividende dazu – klafft damit eine Deckungslücke von rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Anstatt einer jährlichen Dividendenzahlung an den Alleineigentümer Bund schlägt Grube vor, den gesamten Gewinn aus der Infrastruktursparte des Konzerns in einen Fonds des Bundes fließen zu lassen. Zuletzt waren das 1,1 Milliarden Euro. Die Mittel aus dem Fonds sollten vollständig in die Schieneninfrastruktur zurückfließen, schlägt der Bahnchef vor.

Das schwache Ergebnis im Schienengüterverkehr – im Jahr 2012 erzielte DB Schenker Rail ein operatives Ergebnis (Ebit) von 87 Millionen Euro bei einem Umsatz von 4,9 Milliarden Euro in dem Bereich – führt Grube auch auf die seiner Meinung nach ungünstigen politischen Rahmenbedingungen für die Bahn in Deutschland zurück. „Kein anderer Verkehrsträger hat diese Belastungen“, sagt Grube. Als Beispiel nennt er die EEG-Umlage oder die CO2-Steuer.

Für das Jahr 2013 geht Grube für den Konzern von einem operativen Ergebnis von 2,2 Milliarden Euro aus – das ist weniger als das ursprünglich erwartete Rekordergebnis von 2,9 Milliarden Euro. (diwi)

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KOMMENTARE


Eberhard Hentsch

13.12.2013 - 10:42 Uhr

Als früherer Mitarbeiter der DB AG mit Einblick in die damaligen Zahlen und in das Geschehen, weiß ich und wissen wir inzwischen alle, dass Herr Mehdorn die Bahn auf Substanz fuhr, Geld für notwendiges Schienenschleifen und Sanierung von Bauwerken wegen seines geplanten Börsenganges nicht mehr ausgab und die Magazine leerte, um durch damit ausgewiesenen Bahngewinn sein Gehalt erhöhen zu können, aber nichts für die Investitionen tat.Sein Nachfolger Herr Grube wurde durch Herrn Ramsauer, der nur dumme Sprüche macht, im Stich gelassen, so dass ihm das nötige Geld für die dringenden Investitionen fehlt. Wenn Herr Grube nun öffentlichkeitswirksam diese Investitionen einfordert, kann ich ihm vom Dubai aus nur raten, fest zu bleiben und nicht nachzugeben.Ich bin derzeit Richter am Internationalen Schiedsgericht (Commercial) und muss mich als Deutscher schämen, was in Deutschland baulich abgeht, siehe Flughafen BER (auch wieder Herr Mehdorn, der das Dilemma zwar nicht verschuldete aber trotz seines hohen Gehaltes auch nichts zustande bringt, um das Projekt voranzubringen) und nun das öffentlich gewordene Bahndilemma aus Mehdorn-Zeiten. Das alles bringt uns im Ausland lebende Deutsche um einen enormen Ansehungsverlust. Herr Grube muss durchhalten und Herr Ramsauer muss weg!


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