Die Deutsche Bahn übernimmt den Logistikkonzern Stinnes – vorbehaltlich der Zustimmung des Eon-Aufsichtsrates der am Mittwochabend tagt. Laut Brancheninsidern handelt es sich allerdings nur mehr um eine Formalie. Der Aufsichtsrat der Bahn hatte bereits am Mittwochmittag in Berlin der kompletten Übernahme der Eon-Tochter zugestimmt. Nach Informationen der Deutschen Bahn soll für die Übernahme ein Preis von 32,75 Euro je Aktie gezahlt werden. Damit bewege sich das Transaktionsvolumen laut DPA bei zwischen 2,5 Milliarden und 3 Milliarden Euro. Die Transaktion soll bis Ende 2003 abgewickelt werden. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte zudem anlässlich einer Pressekonferenz, dass sich sein Unternehmen nach der Übernahme von Stinnes von deren Konzernsparten Chemie und Werkstoffe trennen wolle. Die weltweit operierende Stinnes-Speditionstochter Schenker hatte bereits bis 1991 zur Deutschen Bahn gehört. Damals hatte das Unternehmen Schenker an Stinnes mit der Begründung verkauft, das Stückgut-Geschäft zähle nicht zu den Kernkompetenzen der Bahn. Heute hingegen verspricht sie sich von Schenker eine sinnvolle Ergänzung, wie Mehdorn schon mehrmals betont hatte. Der Energieversorger Eon hält knapp 65 Prozent Anteile an Stinnes und will sich im Zuge seiner Konzentration auf das Kerngeschäft von der Beteiligung trennen. Die übrigen 35 Prozent befinden sich im Streubesitz. Laut Aktiengesetz muss die Bahn diesen Aktionären ein Angebot unterbreiten. (vr/eh)
Bahn will für 2,5 Milliarden Euro Stinnes-Konzern übernehmen
Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG stimmte kompletten Kauf zu