Mit den massiven Investitionen, die ihm jetzt die Bilanz verhageln, will er dafür die Weichen stellen. Trotz schwacher Konjunktur ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,7 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro gestiegen. Das betriebliche Ergebnis nach Zinsen drehte im Jahresvergleich 2000 zu 2001 von plus 200 Millionen Euro auf minus 204 Millionen Euro. Ein Grund, so Mehdorn auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens, sei die "deutliche Beschleunigung des Investitions- und Modernisierungskurses." Das Investitionsvolumen wurde im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Milliarden Euro auf 7,1 Milliarden Euro gesteigert. Während der Passagierbereich der Bahn zulegen konnte, litt die Cargo-Sparte deutlich unter der schwachen Konjunktur. Der Umsatz sank im Geschäftsjahr 2001 um 2,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis nach Zinsen gar um 56,6 Prozent auf 23 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet die Bahn insgesamt mit einer weiteren Umsatzsteigerung. Während der Güterverkehr allenfalls stagnieren werde, geht das Unternehmen von weiteren Zuwächsen im Passagiergeschäft aus. In Folge des Investitionsprogramms werden die Verlust im laufenden Jahr wahrscheinlich auf 550 Millionen Euro steigen. Ab 2003 soll sich das Ergebnis dann verbessern, um 2004 den Sprung über die Gewinnschwelle zu schaffen. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz wurde auch bekannt, dass Mehdorn es sich vorstellen könne, die Stinnes-Tochter Schenker zu ihrer alten Mutter zurück zu holen. Der momentane Stinnes-Großaktionär und Energiekonzern E.On will sich noch in diesem Jahr von seinem Anteil trennen.
Bahn plant weiter in rot
Wenn Bahnchef Hartmut Mehdorn sein Ziel, mit dem Ende der Bahnreform im Jahr 2004 ein profitables Unternehmen zu führen, erreichen will, dann muss er sich noch kräftig ins Zeug legen.