Berlin. Die Deutsche Bahn befürchtet für Deutschland gravierende Nachteile durch die EU-Pläne zur Entwicklung eines europäischen Schienennetzes für den Güterverkehr. „Kein anderes Land in Europa wäre von dieser Verordnung so stark betroffen wie Deutschland. Bürokratie würde aufgebläht, Netzkapazitäten vernichtet und die Pünktlichkeit vertakteter Verkehre auf unserem komplexen Netz schwer beeinträchtigt“, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Dienstag laut Mitteilung. Vor allem der Personennah- und Fernverkehr könnten davon betroffen sein. Brüssel plant, dem grenzüberschreitenden Güterverkehr Vorrang einzuräumen. Dazu sollen auch spezielle Korridore eingerichtet werden. Eine entsprechende EG-Verordnung soll Ende März im Verkehrsausschuss in Brüssel und Mitte April im Europäischen Parlament beraten werden. An diesem Mittwoch ist sie Thema im Verkehrsausschuss im Bundestag. Als einziges EU-Land müsste Deutschland drei Korridore einrichten. „Wir teilen das Ziel der EU-Kommission: Europa braucht einen effizienten Güterverkehr“, sagte Mehdorn. Doch Zeitpunkt und Methode der Verordnung seien der falsche Weg. Die Bahn stehe derzeit in engen Konsultationen mit der Bundesregierung zum Beispiel über den Ausbau bestehender Entlastungsstrecken entlang der jetzt schon hoch frequentierten Routen. (dpa)
Bahn kritisiert Schienennetz für den europäischen Güterverkehr
Konzernchef Mehdorn: Brüsseler Pläne kommen zur falschen Zeit