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BAG-Bericht: Es geht langsam wieder aufwärts im Güterverkehr

Blick von oben auf das DUSS-Containerterminal an der Alte Ruhrorter Straße im Ortsteil Homberg-Ruhrort-Baerl in Duisburg
© Foto: dpa/picture alliance/ZB/euroluftbild/Hans Blossey

Die Transportunternehmen erholen sich nach und nach von den Auswirkungen der Corona-Krise, wie der aktuellste Bericht des Bundesamts für Güterverkehr zeigt. Überschwänglicher Optimismus herrscht aber trotzdem nicht.

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Köln. Die Nachfrage nach Transportleistungen im Straßengüterverkehr fährt langsam wieder hoch. Trotzdem bewerten viele Unternehmen ihre Geschäftsaussichten nach wie vor zurückhaltend. Das geht aus dem neuesten Corona-Bericht des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) hervor, der gestern erschienen ist und in dem es die Transportwirtschaft 14-tägig zu ihrer Lage befragt. Er bezieht sich auf den Zeitraum von 20. bis 26. Juni 2020.

„Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnen allerdings nach wie vor viele Befragte geringere Auftragsvolumina“, lautet das Fazit des BAG. Die Skepsis der Unternehmer bei den Geschäftserwartungen begründen sie mit angekündigten Werksferien, etwa in der Automobilindustrie, den zeitlich begrenzten staatlichen Hilfeleistungen sowie die Gefahr einer möglichen zweiten Infektionswelle.

Geringe Verbesserung beim Lkw-Fahrleistungsindex

„Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex weist weiterhin Rückgänge gegenüber dem Vorkrisenniveau auf“, so das BAG. Insgesamt habe der bereinigte Indexwert im jüngsten Betrachtungszeitraum im Durchschnitt rund 3,5 Prozent unterhalb des Vorkrisenniveaus gelegen. Als durchschnittlichen Referenzzeitraum gibt das BAG den 1. Januar bis 22. März dieses Jahres an. Im Vergleich zu den beiden Vorwochen beobachtete das Bundesamt eine leichte Verbesserung des Indexes. Dabei sei der Rückgang bei deutschen Lkw im 7-Tage-Durchschnitt mit 2,9 Prozent geringer ausgefallen als bei gebietsfremden Lkw mit 4,3 Prozent.

Leichte Erholung im Schienengüterverkehr

Auch im Schienenverkehr hat sich die Verkehrsnachfrage nach Angaben des BAG erholt. Dennoch blieben die Beförderungsmengen im Schienengüterverkehr insgesamt – auf Unternehmensebene zum Teil deutlich – hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Ein Gutteil der befragten Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland bewerte die eigene Auftrags-, Umsatz-, Ertrags- und Liquiditätssituation derzeit eher schlecht. Angesichts eines Kapazitätsüberangebots im Güterverkehr habe die intra- und intermodale Wettbewerbsintensität an Schärfe gewonnen.

Keine erheblichen Einschränkungen im Kombinierten Verkehr

Wesentliche betriebliche Einschränkungen der Terminals des Kombinierten Verkehres in Deutschland konnte das Bundesamt weiterhin nicht feststellen. Nach wie vor werde von einer insgesamt deutlich geringeren, fallweise jedoch wieder ansteigenden Nachfrage berichtet. Auf fast allen Verbindungen des Kombinierten Verkehrs seien freie Kapazitäten vorhanden.

B2B im KEP-Bereich weiterhin mit geringen Sendungsvolumina

In der KEP-Branche liegen laut BAG weiterhin hohe Sendungsvolumina im B2C-Bereich, vor allem im E-Commerce. Im B2B-Bereich scheint das Geschäft allerdings nach wie vor zu schwächeln. „Im internationalen Paketversand gelten zum Teil weiterhin länderspezifische Einschränkungen“, schreibt das Bundesamt. Zuletzt wurden Beschränkungen in einigen afrikanischen Ländern aufgehoben.

Binnenschifffahrt kämpft mit Verdrängung durch Schiene

In der Binnenschifffahrt ist die Transportnachfrage weiterhin gering. Produktionsrückgänge in der Stahl- und Automobilindustrie, eine schwache Nachfrage nach Mineralöl- und chemischen Erzeugnissen sowie geringere Im- und Exporte belasteten die Auftragslage, insbesondere im Seehafen-Hinterlandverkehr. Hinzu kämen saisonale Auftragsrückgänge. „Aufgrund der schlechten Auftragslage im Rheingebiet nehmen Warte- und Liegezeiten sowie Leerfahrten zu, vor allem freie Partikuliere gelangen nur schwer an Aufträge, teilweise kommt es zu Ausweichreaktionen in andere Wasserstraßengebiete“, analysiert das BAG.

Aufgrund des hohen Preisdrucks am Markt würden viele Partikuliere mit zunehmenden Liquiditätsschwierigkeiten kämpfen, weshalb auch Insolvenzen nach Auffassung von Marktteilnehmern nicht auszuschließen seien. Kritisch betrachtet werde außerdem der zunehmende Verdrängungswettbewerb zwischen Bahn und Binnenschiff bei binnenschiffsaffinen Massengütern, in dem die Binnenschifffahrt preislich oftmals unterlegen sei - nicht nur, aber auch aufgrund staatlicher finanzieller Unterstützungsmaßnahmen für den Schienengüterverkehr.

Viele Containerschiffe weiterhin nicht im Einsatz

„In der internationalen Seeschifffahrt zeigte sich in einzelnen Segmenten jüngst eine gewisse Belebung der Nachfrage nach Transportkapazitäten, allerdings ging diese nur teilweise mit einem Anstieg des Frachtratenniveaus einher“, berichtet das BAG weiter. Nach wie vor befinde sich ein hoher Anteil von Containerschiffen nicht im Einsatz. In der Luftfracht habe das Gesamtaufkommen in Deutschland zuletzt bei weniger als 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Kurzarbeit im Juni zurückgegangen

Nach dem sprunghaften Anstieg im März und April 2020 im Vergleich zum jeweiligen Vormonat lagen die Anzahl der eingegangenen Anzeigen über Kurzarbeit und die Anzahl der von diesen Anzeigen betroffenen Personen im Transport- und Logistikbereich laut BAG nach vorläufigen Angaben im Juni dieses Jahres erneut deutlich unter den Vormonatswerten.

Die Zahl der Arbeitslosen sei in der Berufshauptgruppe „Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung)“ im Juni 2020 im Vergleich zum Juni 2019 um rund 42 Prozent, im Vergleich zum Vormonat um knapp 3,0 Prozent gestiegen. In der Berufshauptgruppe „Führung von Fahrzeug- und Transportgeräten“ stieg sie laut Bundesamt im Vergleich zum Juni des Vorjahres um rund 37 Prozent, im Vergleich zum Mai dieses Jahres um knapp 0,8 Prozent. (sn)

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