Berlin. Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) und die Deutsche Bahn wollen gemeinsame Vorstellungen in der Verkehrspolitik in den Vordergrund und Meinungsunterschiede hintanstellen. Alte Grabenkämpfe sollten der Vergangenheit angehören und das strategische Interesse das zukünftige Handeln bestimmen, betonten VDA-Präsident Matthias Wissmann und DB-Vorstand Karl-Friedrich Rausch während eines gemeinsamen Pressegesprächs.
Danach soll jeder Verkehrsträger gemäß seiner spezifischen Stärken eingesetzt und gefördert werden. In dem gemeinsamen Grundsatzpapier fordern der VDA und die Bahn verlässliche staatliche Investitionen für den Ausbau von Hauptachsen auf Straße und Schiene sowie eine bessere Anbindung der Seehäfen.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ändere nichts an der Tatsache, dass die Verkehre weiter zunehmen würden. Beide Seiten sprechen sich für "eine gezielte Förderung des Güterverkehrs als Wachstumsmotor" aus, um die Bedeutung der Transport- und Logistikwirtschaft zu unterstreichen. Wissmann teilte außerdem mit, es gebe Gespräche über einen Beitritt der DB in den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
Zu dem vom Bundesverkehrsministerium beabsichtigten Feldversuch mit Lang-LKW heißt es in dem Papier, man habe einen "konstruktiven Dialog" aufgenommen. Hinsichtlich der vom Gewerbe diskutierten Abmessungen von 25,25 Metern und der vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) ins Gespräch gebrachten Variante von 26,50 Metern betonte Rausch, in dieser Frage sei man noch nicht festgelegt. Man werde sich "einbringen" in den Feldversuch. Wissmann seinerseits bekräftigte seine Haltung für einen Einsatz des Kombinierten Verkehrs auch im Langstreckenverkehr. (jök)