AUA soll in private Hände

05.08.2008 13:27 Uhr
AUA
Die Zukunft der Austrian Airlines bleibt ungewiss (Bild: AUA)
© Foto: AUA

Die österreichische Regierung will ihre Anteile an der Fluggesellschaft Austrian Airlines verkaufen

Wien. Die in Turbulenzen geratene österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) soll komplett privatisiert werden. Allerdings muss dabei eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in österreichischem Besitz bleiben. Auf diesen Kompromiss einigten sich am Dienstag die Spitzen der österreichischen Koalitionsregierung und die Führung der für die AUA zuständige Staatsholding ÖIAG in Wien. Einen offiziellen Privatisierungsauftrag an die Staatsholding könnte die Regierung bereits bei der nächsten Kabinettssitzung am 12. August erteilen. Als wichtigster potenzieller Partner der AUA gilt die Deutsche Lufthansa. Vor dem Treffen hatten sich die Sozialdemokraten mit dem SPÖ- Verkehrsminister und Kanzlerkandidaten Werner Faymann für einen Verbleib der Sperrminorität im Staatsbesitz stark gemacht. Nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch, an dem auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) teilnahm, erläuterte der konservative Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) jedoch, die anvisierte Sperrminorität könne künftig auch von privaten Unternehmern oder Investoren gehalten werden. Der AUA-Vorstandsvorsitzende Alfred Ötsch begrüßte die Einigung zwischen Regierung und ÖIAG als „Basis für einen Privatisierungsauftrag und damit für eine zukünftige strategische Partnerschaft“. In einem schwierigen Umfeld sei dies der beste Weg für Austrian Airlines und die 8000 Mitarbeiter des Unternehmens. Zurzeit besitzt der Staat über die ÖIAG noch 42,75 Prozent an der Gesellschaft. ÖIAG-Chef Peter Michaelis sagte nach dem Gespräch, er wollte sich noch nicht auf einen wahrscheinlichen internationalen Partner für die angeschlagene AUA-Gruppe festlegen. „Sollte es zu einem Privatisierungsauftrag kommen, müssen wir alles tun, dass alle Varianten ausgelotet werden“. Auch über den voraussichtlichen Zeitrahmen müsse die Regierung entscheiden. Die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ berichtete, der deutsche Unternehmensberater Roland Berger sei bereits im Frühjahr 2006 in einem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass die AUA alleine nicht lebensfähig sei und einen Partner benötige. Als mögliche Partner nannte das Gutachten die Deutsche Lufthansa, British Airways und Air France. Die ÖIAG habe dieses Gutachten jedoch unter Verschluss gehalten, berichtet „Die Presse“. Die österreichische Fluggesellschaft hatte im ersten Halbjahr 2008 wegen der hohen Treibstoffpreise einen Verlust von über 40 Millionen Euro eingeflogen. Experten halten ein Überleben der Gesellschaft als eigenständiges Unternehmen längerfristig für unmöglich. Die AUA hat zurzeit rund 8000 Beschäftigte. Insgesamt hängen vom Unternehmen nach offiziellen Schätzungen etwa 65.000 Arbeitsplätze in Österreich ab. Die Flotte der Gesellschaft umfasst 99 Flugzeuge. (dpa)

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