Hamburg. Nach Jahren des stürmischen Wachstums rechnen die deutschen Häfen mit einer Atempause. Wegen der internationalen Finanzkrise und der schwächeren Weltkonjunktur habe sich das Wachstum stark verlangsamt, teilte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Mittwoch in Hamburg mit. Für das laufende Jahr sei insgesamt noch mit einem Zuwachs des Güterumschlags um drei Prozent auf rund 322 Millionen Tonnen zu rechnen, doch im kommenden Jahr werde das Wachstum geringer ausfallen. Auf eine etwas präzisere Prognose wollte sich ZDS-Präsident Detthold Aden nicht einlassen. „Die Stimmen aus der Reederschaft vermitteln derzeit kein einheitliches Bild; deshalb können wir die künftige Umschlagentwicklung nur schwer einschätzen“, sagte er. Der ZDS appellierte an die Politik, den Ausbau der Infrastruktur in den Häfen und für die Hafenzufahrten dennoch voranzutreiben und eventuell sogar vorzuziehen. Bei dem schwächeren Wachstum handele es sich nur um eine Delle, nicht um eine nachhaltige Entwicklung, sagte Aden. „Der langfristige Wachstumspfad wird nicht beeinträchtigt. Der Ausbau der Hinterlandanbindungen der deutschen Seehäfen ist weiter dringend erforderlich.“ Die entsprechenden Programme seien bislang weiterhin unterfinanziert. Ein vorgezogener Ausbau könne der allgemeinen Konjunkturschwäche entgegenwirken. (dpa/pi)
Atempause für deutsche Häfen - Wachstum wird schwächer
Nach Jahren des stürmischen Wachstums rechnen die deutschen Häfen mit einer Atempause