Angebotsfrist für AUA abgelaufen - Lufthansa Mitfavorit

21.10.2008 15:33 Uhr

Der Countdown für die Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) hat begonnen - Air France gibt kein Angebot ab

Wien. Der Countdown für die Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) hat begonnen. Am Dienstagmittag endete die Frist, bis zu der interessierte Bewerber ein verbindliches Angebot für die Übernahme der bisher vom Staat gehaltenen 42,75 Prozent vorlegen müssen. Am kommenden Montag will der Vorstand der staatlichen Industrie-Holding ÖIAG, die für die Privatisierung der angeschlagenen Airline verantwortlich ist, seine Entscheidung bekanntgeben. Nach übereinstimmenden Berichten waren bis Dienstagmittag noch drei große Fluggesellschaften – als Favoriten galten die Deutsche Lufthansa und die französisch-niederländische Air France/KLM, der russischen Gesellschaft S7 wurden dagegen kaum noch Chancen eingeräumt – im Rennen. Wie ein Sprecher der Air France/KLM am Nachmittag in Paris erklärte, habe die französisch-niederländische Fluggesellschaft im Bieter-Wettbewerb jedoch kein Angebot abgegeben. Air France/KLM habe aber weiter Interesse an Gesprächen. Dies habe man Austrian Airlines in einem Brief mitgeteilt. Air France/KLM hatte zuvor den zu hohen Preis von bis zu 1,4 Milliarden Euro sowie mangelnde Transparenz bei der Überprüfung der Geschäftsunterlagen der Fluglinie kritisiert. Nach Informationen der Zeitung „La Tribune“ könnte die Lufthansa den Franzosen in dieser Einschätzung folgen. Nach den von der ÖIAG festgelegten Regeln für den Übernahmeprozess müssen die Interessenten bis kommenden Freitag ein verbindliches Preisangebot für die stark defizitäre AUA vorlegen. Am Wochenende will der ÖIAG-Vorstand zusammen mit der Bank Merril Lynch, die mit der Privatisierung beauftragt ist, eine Entscheidung treffen. Diese will der Vorstand am kommenden Montag (27. Oktober) bekanntgeben. Die AUA war vor allem wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten. Für dieses Jahr erwartet die Gesellschaft, die mit rund 100 Flugzeugen und 8000 Mitarbeitern bereits ein Defizit von knapp einer Milliarde Euro angehäuft hat, erneut ein Defizit von bis zu 125 Millionen Euro. Schwierigkeiten gibt es bei der Übernahme durch die Forderung der österreichischen Regierung, wonach eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in österreichischen Händen bleiben müssten. Die Regierung in Wien wollte damit sicherstellen, dass österreichische Interessen auch unter einem neuen Besitzer der AUA gewahrt bleiben. Bisher hat sich jedoch noch keine österreichische Gruppe gefunden, die an einer Übernahme dieses Anteils Interesse hätte. (dpa/sv)

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