Die identischen Postleitzahlen des münsterländischen Steinfurts und eines kleinen ukrainischen Dörfchens haben für eine wochenlange Reise zweier Waffenbesitzkarten durch Europa gesorgt. In Myliwzi in der westlichen Ukraine, wo das Schreiben landete, gibt es zwar weder einen Ort namens Steinfurt, noch den entsprechenden Empfänger "KPB" (Kreispolizeibehörde), aber die Postleitzahl 48563 stimmte genau. Von dem "kleinen Umweg über die Ukraine" berichtete jetzt die Polizei. Dass die Waffenkarten letztlich doch ihren Bestimmungsort im Münsterland erreichten, ist einem Theologen aus Myliwzi zu verdanken. Dieser hatte vor einigen Jahren in München studiert und ist, wie er der deutschen Behörde in einem Begleitschreiben berichtete, der Einzige in seinem Heimatdorf, der ab und zu Briefe aus Deutschland bekommt. Sein Brief beginnt mit einem "Grüß Gott, liebe Polizisten! Ich war nicht wenig erstaunt...". Später heißt es, der Brief habe in ihm einen "unglaublich falschen Adressanten" für die Waffenscheine gefunden: "Denn die Waffen eines Theologen sind das Wort Gottes und christlicher Lebenswandel." Laut Polizei hatten zwei Waffenbesitzer aus dem nördlichen Münsterland ihre Karten für Änderungseinträge an die Kreispolizei geschickt. Während ihr Brief von dem Theologen wie auch den Beamten als "unleserlich" bezeichnet wurde, sei der Briefumschlag aus der Ukraine dagegen "perfekt und überhaupt nicht zu beanstanden". (dpa/stb)
Am Rande: Verwirrspiel um eine Postleitzahl
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