München. Der Versicherungskonzern Allianz hat sich zur Vermeidung schwerer Lastwagenunfälle für die allgemeine Einführung einer Sicherheitstechnik ausgesprochen. Das Sicherheitssystem soll LKW automatisch abbremsen, wenn sie zu nah auf den Vordermann auffahren, sagte Allianz-Vorstand Walter Gutberlet dem Nachrichtenmagazin "Focus". Verlasse der Laster die Fahrbahn, werde der Fahrer gewarnt und könne zurücklenken. "Mindestens 60 Leben pro Jahr allein in Deutschland würden gerettet", sagte Gutberlet. "Über 400 Menschen würden nicht zu Schwerstverletzten werden." Nach Einschätzung des Versicherers könnten durch das System 70 Prozent der schweren Autobahnunfälle so gut wie ausgeschlossen werden. Derzeit sei nicht einmal ein Prozent der LKW mit der Technik unterwegs, kritisierte Gutberlet. Sie verkaufe sich nicht, weil sie für die Spediteure in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt zu teuer sei. "Die Politik schläft", sagte Gutberlet. Nach Forderung des Allianz-Vorstands müsste der Einbau der Sicherheitstechnik gesetzlich vorgeschrieben werden. "Doch weder der Bundesverkehrsminister noch der Wirtschaftsminister setzt sich dafür ein." Für sie gehe es derzeit vor allem um die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen. "Die Sicherheit sollte dabei aber nicht vernachlässigt werden", mahnte Gutberlet.
Allianz fordert Sicherheitstechnik für Lastwagen
Automatisches Bremssystem soll schwere Unfälle vermeiden