Rom. Die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia muss nach Angaben von Italiens Arbeitsminister Maurizio Sacconi 3250 Mitarbeiter entlassen um ihr Bestehen zu sichern. Weitere 2750 Mitarbeiter sollen in anderen zur Alitalia gehörenden Unternehmen weiter beschäftigt werden. Die Angaben des Ministers vom Donnerstagabend fielen erheblich niedriger aus, als zunächst befürchtet. Medien hatten zuletzt von 5000 bis 7000 Stellenkürzungen gesprochen. Derzeit beschäftigt die Gesellschaft rund 17.500 Menschen. Ende August hatte das Kabinett in Rom mit einer Gesetzesänderung den Weg für die Rettung der italienischen Fluglinie freigemacht. Um die Pleite abzuwenden und die Gründung einer neuen Gesellschaft zu ermöglichen, hatte die Regierung Alitalia am vergangenen Freitag unter Sonderverwaltung gestellt. Die neue Alitalia soll aus der Fusion der noch staatlichen Fluggesellschaft mit der privaten Gesellschaft Airline Air One hervorgehen. Die neue Alitalia werde voraussichtlich in zwei Jahren wieder die Gewinnzone erreichen und Umsätze von 4,8 Milliarden erzielen, berichtete die Zeitung „La Repubblica“. „Wir wollen aus Alitalia keine Low-Cost-Airline machen. Wir werden eine komplette Gesellschaft sein, die sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge anbieten wird“, sagte der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, Rocco Sabelli. Um mit den Gewerkschaften zu einer Einigung zu kommen, blieben der Gesellschaft nun sieben Tage Zeit, zitierte „La Repubblica“ den von der Regierung ernannten Insolvenzverwalter Augusto Fantozzi. Nach dem Rettungsplan soll die neue Betreibergesellschaft nur die rentablen Bereiche der Alitalia übernehmen, die unrentablen Aktivitäten mit den Altschulden fallen hingegen unter das Insolvenzrecht. Eine Gruppe von 16 Investoren will rund eine Milliarde Euro in das neue Unternehmen pumpen. (dpa)
Alitalia: Weniger Entlassungen als befürchtet
Neue Unternehmensführung will in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben