Die Wirtschaft und das Bundesfinanzministerium streiten weiter über die Belastungen, die durch die Verschärfung der Abschreibungsbedingungen auf die Unternehmen zukommen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte nach einer Anhörung im Ministerium, die Abschreibungsfristen auf Anlagegüter in den AfA-Tabellen sollten um durchschnittlich 20 statt zunächst versprochener zehn Prozent verlängert werden. Dies führe zu einer Belastung von sieben Milliarden Mark statt der 3,5 Milliarden Mark, die bisher zur Finanzierung der Steuerreform eingeplant sind. Der Deutsche Industrie und Handelstag (DIHT) warf dem Ministerium vor, trotz der Anhörung wolle es sich keinen Millimeter bewegen und ignoriere das Angebot zur Mitarbeit. Der Verband des Deutschen Maschinen- und Anlagebaus (VDMA) kritisierte: "Die Stellungnahmen der Verbände sind zum Teil gar nicht gelesen worden. Das Bundesfinanzministerium entgegnete, die Obergrenze von 3,5 Milliarden Mark werde "exakt" eingehalten. Vielmehr führten die Vorschläge der Wirtschaft zu einer geringeren Summe. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sicherte den Unternehmen erneut eine Begrenzung der Abschreibungslast zu. "Das ist mein Wort". (jök)
AfA-Tabellen: Streit zwischen Wirtschaft und Finanzminister
BDI fürchtet Überschreitung der Belastungsobergrenze von 3,5 Milliarden Mark